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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 11-12 (1883) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
11-12 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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ISO Ein Muster eines christlichen Wandels in steten Diensten der Demuth und Liebe war der Konsistorialrath Rohn zu Kopenhagen, in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Dieser Mann hatte sich es auch zur besondern Angelegenheit gemacht, für Proselyten zu sorgen, und hatte darin allerdings ein Amt auf sich genommen, welches nicht ohne unendliche Langmuth und vielfache Ueberwindung des alten Menschen geführt werden kann. Unter der großen Anzahl Proselyten, die sich an ihn wendeten — und er war derjenige, zu dem sie aus allen dänischen Staaten zusammenströmten — war nie Einer, welcher ohne Unterstützung von ihm ging. Es war ihm aber nicht genug, denjenigen Liebe zu erweisen, die von selbst zu ihm kamen, um seine Hilfe anzuflehen, sonder», zu Wagen in den einsamsten Stadtgegenden umherfahrend, suchte er von selbst die auf, die seiner Liebe und Aushilfe bedürftig waren. Er war auf so viele Undankbare gestoßen, welche sich als Heuchler auswiesen. Er hatte deshalb auch so oft den Tadel und den Spott derer ertragen müssen, welche selbst diese Last nicht mit dem Finger anrühren mochten; da sagte er oftmals: »Wenn Gott den Sündern Sodoms und Gomorras alle ihre Sünden vergeben will, wenn er zehn Gerechte darin findet, wie sollte ich sündiger Mensch nicht zufrieden sein, wenn ich auch unter hundert Böcken nur ein einziges verirrtes Schäflein finde, das mit Ernst nach der lebendigen Quelle dürstet!« — Die Langmuth, welche dieser liebende Mann mit Einzelnen hatte, ging so weit, daß man fast sagen kann, es bedürfe einer besondern inner» Berufung dazu, um in der Langmuth so weit zu gehen. Indessen erlebte er denn auch zuweilen die Wonne, solche, die hundertfach mit Undank gelohnt hatten, nachdem sie sich müde gelaufen hatten in ihren eigenen Wegen, zum Kreuz eilen zil sehen, zur Beweinung ihrer vielen Verirrungen. Eine höhere Beseligung gibt es aber für den Christen nicht, als eine Seele durch jahrelanges Dienen um dieselbe zu gewinnen. Nur wenn wir auf diese Weise eine Seele gewinnen, bekehren wir, so wie der HErr bekehrt, der von Kindheit an wirbt und lockt und nicht müde wird, bis die Pforte des harten Herzens sich ihm aufthut. Lehrreich aus der Lebensgeschichte des verehrungswürdigen Nohn sind folgende Date'.n. Ein Jude, seines Handwerks ein Branntweinbrenner, in Böhmen, kam zur Erkenntniß Christi, so daß er wirklich in ihm den

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