Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 11-12 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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179 19 deutsche N. Testamente, 62 Exemplare des Traktates »Lebensbrot« und 195 andere ÄUssionstraktate an Juden verkauft und 250 Missionstraktatc unter ihnen vertheilt. Die Erfahrungen, die er machte, waren verschiedenartig. In manchen Häusern fand er freundliche Aufnahme und man hörte sein Zeugniß an, in vielen Häusern dagegen wurde er abgewiesen, verspottet und verhöhnt, namentlich dafür, daß er Christ geworden ist und nun als Kolporteur unter den Juden herumreist, um ihnen ihre Bibeln und Missionsschriftcn zum Kaufen anzubieten. Nachdem er etliche Monate seine Arbeit ausgesetzt hatte, nahm er dieselbe mit dem 1. Oktober wieder auf und wird so lange kolportiren, als der HErr die Mittel dazu gibt. Beispiel der christlichen Langmvth mit Proselyten. (Der Freund Israels. Berlin, 1825. Heft 3, S. 150 f.) Wenn der Christ bedenkt, wie viele Seelen gewonnen worden wären, wenn der, welcher sie zu Christo führen sollte, so oder so sich bewiesen hätte, so wird man oft recht betrübt. Diese Betrübniß wandelt Einen auch au, wenn man bedenkt, wie viele Seelen aus Abrahams Samen verloren gegangen sind durch die Schlaffheit oder die Härte der Christen. Sehen wir, wie der Apostel sagt, bei der Verwerfung der Juden ein Beispiel zugleich von der Strenge und von der Liebe Gottes, wann werden auch wir einmal lernen, Strenge und Liebe bei der Behandlung der Kinder aus diesem Geschlecht zu vereinigen, damit auch nicht eine Seele durch unsere Schuld verloren gehe! Und wenn ich, nach meiner Erfahrung, sagen sollte, was wohl unter den Christen in gegenwärtiger Zeit häufiger gefunden werde, zu große Nachsichtigkeit gegen die Proselyten, oder zu große Schroffheit, so weiß ich es nicht. Das Eine findet sich so häufig wie das Andere. Am gewöhnlichsten ist Mangel an Ernst und nachdrücklicher Vermahnung und Prüfung am Anfänge bei der Aufnahme eines Proselyten, und übertriebene Schroffheit im Verfolge, wenn er nicht ganz so gedeiht, wie wir es erwarteten. Ich will nun aber ein Beispiel der Milde hier "chittheilen, wie es selten gesunden wird, und dabei den HErr',, &,tten, daß er sich doch auch in unserer Zeit solche freundl^x milde Jünger bereite, welche so viel Geduld und Stowj'.tmtfj an eine einzige Seele verwenden. 12*