Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 11-12 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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174 ihn ein dortiger Rabbi bei anderen Rabbinern ein und lieh ihm die Außenhalle der Synagoge, damit ihn dort die Kranken besuchten. Eines Tages redete ein Jude in Smyrna den Missionar folgendermaßen an: Ich liebe Sie sehr und muß Ihre Freundlichkeit und Menschenliebe bewundern; wenn Sie nur aufhören wollten, Christum unserem Volke zu predigen. Der Missionar entgegnete: Aber Christus ist das wahre Leben der Seele; ihn zu predigen aufhören heißt die belebende Macht der Seele aufgeben, und das ist geistiger Tod. Wenn der Engel des Todes zu Ihnen käme und spräche: Ich liebe dich sehr, aber ich möchte gern, daß du mir ein Ding drangibst, deine Seele, so würden Sie sagen: Wie, das heißt ja den Tod leiden, und also kann ich an die Erklärungen deiner Liebe nicht glauben. Der Jude entgegnete: Sie glauben an die Prophezeiungen, und diese sagen uns, daß alle Nationen zu dem Gotte Israels kommen und deshalb unsere Religion annehmen werden. Der Missionar aber antwortete: Der Gott Israels ist der Messias, und die wahre Religion, zu der alle Nationen gebracht werden sollen, die Religion des Messias; zu dieser müßt ihr nach Hosea gebracht werden; denn nach den vielen Jahren, die Israel ohne einen König sein wird, werden sie den HErrn ihren Gott und ihren König David suchen. Ein Mensch sucht aber ein Ding nicht, das er besitzt; dies beweist, daß ihr den wahren Gott nicht habt. Auch in Smyrna hat sich eine Anzahl der russischen und rumänischen Flüchtlinge niedergelassen, aber für geistliche Zusprache sich wenig zugänglich erwiesen. Viele Freude hat Missionar Eppstein an Kindern, denen er Unterricht ertheilte, erlebt. Ein Knabe, in dessen Wohnung Feuer ausbrach, rettete seine Bibel. Als er dem Missionar hieraus begegnete, sagte er unter aller Traurigkeit: »Ich habe meine Heimath und gar Manches verloren, aber meine Bibel gerettet; ich will sie-lesen und hoffe, sie wird mich trösten.« Von Jerusalem berichtet unser Blatt selbständig, und daher soll an dieser Stelle desselben nur mit wenigen Worten Erwähnung geschehen. Bemerkt sei, daß die Missiousgemeinde der heiligen Stadt 203 getaufte Glieder zählt, unter diesen 94 Abendmahlsgenossen. Ein Jude, der zunächst in China einen Missionar um