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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 11-12 (1883) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
11-12 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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173 Religion zu rechtfertigen und Sprüche der Schrift zu erklären. So wurde eines Tages der Kolporteur, als er durch die Straßen von Galata ging, aufgefordert, in ein Kaffeehaus einzutreten, um dort mit Juden zu sprechen. Zwölf waren anwesend, einer derselben las das Evangelium Matthäi zu Ende. Als die Juden den Kolporteur erblickten, sagten sie: Wir haben soeben gelesen, daß Christus am Kreuze ausrief: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Wenn er der Messias war, warum stieg er nicht vom Kreuz herab, und alle würden an ihn geglaubt haben? Der Kolporteur erwiderte: Christus kam in die Welt, für die Sünder zu sterben. Wenn er also vom Kreuze herabgestiegen wäre, würde er nicht der Messias gewesen sein. Er hat Wunder genug gethan, um seine göttliche Sendung zu beweisen. Warum aber, antwortete man, glaubten die Gelehrten jener Zeit nicht an ihn? Der Kolporteur entgegnete: Um ihrer Gottlosigkeit und Herzenshärtigkeit willen. Inzwischen waren viele Juden in das Kaffeehaus gekommen. Einer kaufte ein Neues Testament und sagte dabei, es wäre ein gutes Buch, die rabbinischen Schriften dagegen hasse er. Die übrigen sagten nichts, aber einige kauften Traktate, und alle waren freundlich. Die Rabbiner sehen diese Bewegung unter den Ihrigen nicht gleichgiltig an. Sie geben sich alle Mühe, die Ausbreitung des Evangeliums zu verhindern, sie drohen mit Exkommunikation und suchen das Volk in äußerster Unwissenheit zu erhalten. Sie hindern nicht allein jüdische Kinder daran, in die Missionsschule zu kommen, sondern reden auch Eltern ab, ihre Kinder in jüdische Schulen zu schicken. Durchschnittlich aber besuchten 120 Knaben und 209 Mädchen die Missionsschule. Auch etwa 300 aus Rußland geflohenen jüdischen Familien ist in Konstantinopel das Evangelium verkündigt, und Traktate sind unter ihnen verbreitet, sonst aber ihnen allerlei Hilfe erwiesen worden. Durch den Tod des trefflichen Missionars Newman hat jedoch die Mission in Konstantinopel ihr Haupt verloren, und wird derselbe schwer recht zu ersetzen sein. Von den Stationen in Türkisch-Asien verdient wieder Smyrna besondere Berücksichtigung. Missionar Eppstein hat dort festen Fuß gefaßt und ist noch immer wegen seiner ärztlichen Tüchtigkeit bei den Juden recht beliebt. Auf einer Missionsrcise nach Aidin führte

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