Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 11-12 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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169 Schriften, sowie durch den Einfluß einer Diakonissin den Heiland. Ein jüdischer Knabe, welcher von Christo als dem Heilande gelesen und gehört hatte, rief im Augenblick seines Dahinscheidens aus: »Vater, ich brauche einen Heiland, einen Heiland brauche ichl« Die Summe christlicher Schriften, welche im Missionsinteresse unter Juden und Christen durch die Londoner Gesellschaft verbreitet worden sind, war übrigens wieder eine sehr beträchtliche, im Ganzen beinahe 400,000 Exemplare, darunter über 8700 heilige Schriften theils im Ganzen, theils in einzelnen Theilen. Verfaßt waren diese Schriften in 13 Sprachen. Herzliche Theilnahme vieler Christen hat es allein möglich gemacht, daß die Arbeit in solchem Umfange und Maße geschah. Die Zahl derer, welche theils Liebesgaben für das Werk darreichen, theils Schriften unter den Juden verbreiten, theils ihnen mit Gebet und mündlichem Zeugniß nachgehen, ist immerhin eine große, wiewohl durchaus noch nicht einmal auch nur alle gläubigen Evangelischen das Bewußtsein ihrer geistlichen Pflicht gegen die Juden in sich wecken lassen wollen. Recht erfreulich ist der Eifer, mit welchem sich der frühere Kanonikus des Papstes, Graf di Campello, an der Judenmissionsarbeit in Rom betheiligt. An jedem Freitag Abend halten im dortigen Ghetto die schottischen und italienischen Pastoren einen Gottesdienst ab, der besonders die Juden herbeiziehen will. Sonntag Abend thut Graf di Campello dies in dem nämlichen Raume. Mit größter Sanftmuth begegnet hier dieser Mann den Juden, die oft in roher Weise den Gottesdienst unterbrechen; mit dem früheren Priester Signor di Grandi hält er gemeinsam auch eine Knabenschule ab. Doppelte Theilnahme verdienen die Proselyten, von denen nicht wenige für ihr Bekenntniß zu Christo die größten Opfer zu bringen haben. Missionar Pick theilt uns einen neuen Fall aus jüngster Zeit mit. Durch Krankheit und Mangel an Arbeit gerieth dort eine Proselytin mit ihrer Familie in die bitterste Noth. Ihre Mutter, die einige Meilen von Straßburg lebte, hörte von dem Unglück ihrer Tochter und eilte nach der Stadt. In Gegenwart mehrerer ihrer jüdischen Freunde,