Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 9-10 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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154 (Basel) und der Redakteur dieses Blattes sollten einen Leitfaden, welcher bei dem Unterricht jüdischer Katechumenen gebraucht werden könnte, heransgeben. Die Versammlung war eine kleine und fand nur unter beschränkter Oeffentlichkeit statt. Man wollte zunächst den Boden kennen lernen, auf dem Gemeinschaft möglich wäre, und Gegenstände besprechen, welche die bisherigen Missionsarbeitcr an erster Stelle angehn, ist sich nun aber auch dessen bewußt geworden, daß Beschränkungen dieser Art fortan nicht mehr nöthig seien. Offenbar hatte man unter dem Eindruck, daß der Kampf des Antisemitismus und des Philoscmitismus zur Vorsicht rieth und eine solche Versammlung denselben nicht zu vergrößern beitragen solle, sich den Kreis der Besprechungen und Berathungen diesmal sehr enge gesteckt. Aber man hat nun auch, durch die Erfahrung des Beisammenseins belehrt, die Gewißheit erhalten, daß alle Aussicht zu einer Sammlung von wahren Freunden der Juden zu einem Werke, welches diesen und den Christen gleich heilsam ist, vorhanden sei. Kommt die nächste größere Versammlung zu Stande, dann wird das Gesicht derselben also wohl ein anderes sein. Manche Anzeichen traten denn auch schon zu Tage, daß dem Werke des Evangeliums unter den Juden bessere Zeiten bevvrstehn, und daß man in der evangelischen Christenheit an dasselbe mit größerem Eifer treten werde. Die Norwegischen Abgesandten konnten mit Dank berichten, daß zu dieser Arbeit in ihrem Lande überall die Herzen der Christen erwachen, und in Deutschland beginnt auch ein Neues, das zu den schönsten Hoffnungen berechtigt. Unsere Leser wissen, daß auf deutschen Universitäten die alte Caücnbergsche Mission, daS Institutum Judaicum in neuer Gestalt in'S Lebe» getreten ist. Die Couferenz nun hat die Vertreter dieser Studentischen Mission, an ihrer Spitze den eigentlichen Gründer derselben, den jetzigen Missionar der Sächsisch-Baierschen Gesellschaft, Herrn W. Faber, in ihrer Mitte begrüßen dürfen. Schreiber dieses und Miss. Flad haben auch den Versammlungen dieser Institute in Leipzig, Halle und Breslau bcigewvhnt, um überall den gleichen Eindruck zu empfangen, daß jetzt inmitten unserer jungen deutschen Theologen, aus denen hernach die Geistlichen und Professoren kommen werden, ein lebendiger Missionstricb xrwacht ist.