Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 9-10 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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150 aus 2000 Exemplaren bestand. Seine Frau schied sich von ihm, auch die vier Kinder aus dieser Ehe folgten ihm nicht, sodaß er zu einer neuen Ehe zu schreiten genöthigt war. Er ließ sich nun in einem Städtlein der Schweiz nieder und legte einen kleinen Waarenkram an, mit dem er, von seiner Frau begleitet, auf die Jahrmärkte reiste. So traf ihn Stephan Schultz auf seiner Rückkehr von Italien 1750 an und derselbe schreibt: »Er scheint mir noch in der alten Liebe gegen Gott und den Nächsten zu stehn; nur zum Handel ist er nicht aufgelegt, daher er oft betrogen wird; seine Frau mag etwas besser damit umzugehen wissen. Unter Anderem erzählte er, daß ihm einstmals sein Vater im Traum erschienen sei und ihm gesagt habe: »Was groß Chesed (was für eine große Gnade) hast du, daß du zum Messias gekommen bist!« Vor unserer Abreise besuchte er uns noch einmal und redete viel von seiner Liebe gegen Israel. Er scheint aus seiner Dunkelheit ziemlich heraus zu sein.« 1763 theilt Missionar Burgmann nach dem Zeugnisse des Pfarrer Ulrich am Münster in Zürich, den er auf der Durchreise besuchte, über Hirschlein mit, «daß derselbe treu und redlich, aber dabei ziemlich gebeugt sei; er nähret sich vom Handel, und der Herr Pfarrer unterstützt ihn.« Das letzte Mal finden wir unseren Proselyten in Ulrichs Sammlung jüdischer Geschichten in der Schweiz, Basel 1768 erwähnt. Dort heißt es zuletzt von ihm: »Bis auf den heutigen Tag lebt dieser Mann unter uns nicht nur unklagbar, sondern auch erbaulich. Er liebt den Umgang mit christlichen Herzen und nährt sich mit einer kleine» Handelschaft redlich.« Beständig erhielt er sich eine innige, zarte Liebe zu seinen Volksgenossen, die ihn auch zu eifrigem Zeugniß an dieselben trieb. Seine Arbeit an ihnen aber blieb auch nicht unbelohnt. Im Jahre 1751 berichtet Stephan Schultz von einem Rabbi David Schittenhoven, der nahe bei Schaffhausen Schullehrer war und feindselig mit Hirschlein stritt, seit der Zeit aber einen Stachel im Herzen behielt, dann nach Emmerich am Rhein als Lehrer kam, hier mit Schultz zusammentraf und durch die von diesem Missionar empfangenen Bücher, unter denen sich besonders Hirschleins Geschichte befand, zur Ueberzeugung gebracht wurde und dann,