Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 9-10 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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147 (Callenberg Widerrieth denn auch seine Ankunft.) Wenn ihm die göttliche Vorsehung inzwischen ein Plätzchen anweisen sollte, von welchem aus er seinen Kindern, die ihm sehr ««liegen, etwas zu gut thun könnte, so wolle er das seiner Barmherzigkeit demüthig danken. Für sich selbst suche er nichts als die Seligkeit seiner Seele. Vergangenen hohen Donnerstag (in der Charwoche) hörte er zum ersten Male in der Pfarrkirche die Predigt an, am heiligen Ostertage aber zwei Predigten. Wir hatten gestern ein Gespräch von den jüdischen Speisegeboten. Ich verwies ihn an Paulus, und weil er den jüdisch-deutschen Brief an die Hebräer schon in Händen hatte, so las er selbigen bedächtiglich durch und sagte mir heute Abend, daß er Freiheit habe, von meinem Brote zu essen; doch wollte er sich des Fleischgenusses noch enthalten, wegen eines Gelübdes, das er ehedem gethan hatte. Der schwerste Artikel war für ihn zu fassen, daß Jesus Christus als wahrer Gott und Mensch in einer Person angebetet werden sollte, und fürchtete er sich, er versündige sich wider Gott, wenn er sich in der Anbetung etwas Greifbares und Sichtbares vorstelle. Der Herr aber hat Licht und Gnade gegeben, daß er die Unzertrennlichkeit der Menschheit und Gottheit von Herzen glaubt.« Der Berichterstatter fügt hinzu: »Ich meines Theiles setze nicht den geringsten Zweifel in seine Redlichkeit: sein Reden, sein Thun, sein nüchternes Thun, auch der gute Ruf, den er bei den Juden hat, geben hiervon ein genügsames Zeugniß. Besonders halte ich das für ein gutes Kennzeichen seiner Aufrichtigkeit, daß er mit keinem Zweifel dahinten hält, wider seine alten Glaubensbrüder nicht das geringste Schmähliche redet, zu nichts, wenn er nicht von Herzen Ja sagen kann, Beifall gibt, auch weder aus Leichtsinn, noch aus Gefälligkeit von Haltung der jüdischen Gebote in Ansehung der Speise abweichen will, bevor er dazu Freiheit in seinem Gewissen und ein klares Licht habe.« Zur Taufe gelangte er dann 1746 in Zürich. In einer nach derselben daselbst erschienenen »Nachricht von Christian Gottlieb Hirschlein, einem in der Wüste herumgelaufenen, nun aber von dem Erzhirten Jesu Christi auf den rechten Weg gebrachten Schafe des Hauses Israel« heißt es: Die Vorsehung leitete ihn über Stein a. Rh. gen Zürich, wo er ernstlich um die Aufnahme in