Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 9-10 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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145 sich ein gelehrter und frommer Rabbi aufgehalten. Dem habe er gesagt, ob es nicht zulässig sei, daß sein Weib gleichwohl bei ihm wohne und bleibe. Soviel er merken könne, habe der Rabbi solches einzig aus Furcht, sein Weib nnd Kinder möchten von ihm zum Christenthum verleitet werden, versagt. Der Abschied von Weib und Kindern sei auf beiden Seiten sehr schmerzlich gewesen. Er habe sich aber mit Gott entschossen, im Falle die göttliche Vorsehung ihm etwas zuschickte, seinen Kindern seine Hilfe nicht zu entziehen, einestheils weil er dazu die Pflicht habe, anderntheils aber auch, damit der Name Jesu nicht um seinetwillen gelästert und Acrgerniß gegeben werde. Der Berichterstatter theilt hierüber noch mit: »In Sulz habe Hirschlein seine Kinder vor das Thor hinausgenommen und ihnen gesagt, daß er nicht anders könne, sondern ein Christ werden müsse; welches mit ihm kommen wolle, könne kommen. Die Kinderhaben sich jämmerlich und erbärmlich gestellt und ausgerufen: »Ach Vater, willst du Gott, Moses und die Propheten verleugnen und uns verlassen?« Darüber habe sie der Vater beruhigt und sei nun von ihnen gegangen. Unterwegs habe er dann bei dem Grafen Truchseß zu Schär und bei dem früher schon erwähnten katholischen Pfarrer daselbst noch einmal eingesprochen. Er sei entschlossen gewesen, sich von ihm taufen zu lassen; es sei ihm aber zu schwer gefallen, daß der Pfarrer ihm nicht die Erlaubniß habe geben wollen oder geben können, den Sabbath und die jüdischen Speisegebote zu halten? desgleichen habe er die Lehren von den Bildern, dem Abendmahl, der Anrufung der Heiligen und dem Gehorsam gegen die Kirchengesetze nicht fa ssen können. Er selbst erzählt hierüber: »Der Pfarrer hat mich zum Kaplan geschickt. Da habe ich wollen Fundament haben wegen der streitigen Meinungen in der Christenheit. Denn ich habe gesagt: An den Messias glaube ich, jetzt muß mein Herz wissen, wohin ich mich wenden soll. Darauf bin ich abgewiesen worden und bin wieder zu den Juden gegangen. Die Inden haben geweint, und ich habe geweint. Sie haben gesagt: Was das doch sei, ich sei ja bei den Juden so wohl daran! Ich habe geantwortet: Ich habe etwas gesehen, das ftj stärker als ich. Ich bin bei den Juden noch ein paar Tage gewesen. Ich habe mich zu Zeiten ans die Erde gesetzt und