Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 9-10 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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137 Damit aber sein früherer Entschluß, ein Christ zu werden, den Juden kein Nachsinncn und Zweifel erwecke, habe er überall ausgcsprengt, er sei nicht bei gesundem Verstände gewesen. So sei er denn um Ostern 1741 verreist und habe nichts als schlechte Kleider und auch nur etliche Batzen Geld mitgenommen. Einige Wochen nach seiner Abreise sei er krank geworden und ohngcachtet ihm beigcbracht worden, zu Weib und Kind umzukehren, hatte er doch vermeint, genugsam Winke zu haben, einen Entschluß, in dem er so lange gewankt, in's Werk zu setzen. Zu Jllrcichen, wo er übernachtete, habe er vom Satan eine starke Befestigung bekommen zu einem entsetzlichen Fall, er habe aber zu Gott um Errettung geseufzt, die ihm auch widerfahren sei. Er begab sich nach Frankfurt, wo er zwei Jahre blieb. Ueberall bekannte er frei, daß er ein um seiner Sünden willen Büßender sei, lebte in großer Armuth und mußte viele Verachtung und selbst auch Verstoßung erleiden. Doch habe er ganz, geduldig und gelassen ausgehalten. Gott habe ihm auch in öfterer Noth und Hunger seine gnädige Vorsehung über ihm zu erkennen gegeben, so daß er sich im Vertrauen auf Gott gestärkt und ihm für die Trübsale wie für Wohlthaten gedankt habe. Er habe nach Anderer Rath studircn und sich unterrichten lassen sollen, aber nichts, was ihn Menschen lehren wollten, habe bei ihm gehaftet. Einmal habe er einen jüdischen Studenten, welcher von vornehmen Eltern, aber an Geld und Kleidern ganz entblößt, ganz verzweifelt und entschlossen war, ein Christ zu werden, ermahnt, Gott nicht um ein schönes Kleid und ein wenig Geld wegzugcbeu. Wie er denn auch jetzt einen solchen Uebertritt, der aus falschen Absichten geschehe, nicht für gut halte. Er wisse wohl, daß dergleichen Konvertiten nichts taugen und den Juden bekennen, es sei in ihrem Gcmüthe nach wie vor, nur seien sic gefangen und könnte» nicht mehr heraus. Endlich wurde er um seines strengen Lebens und andächtigen Wandels willen bei der Judcnschaft in Frankfurt sehr beliebt und entschloß sich inzwischen, länger Buße zu thun, auch um Gottes willen arme Judenkinder aufzunehmen, sie den Weg, wie man Gott von ganzem Herzen lieben, ehren und loben müsse, zu lehren und für ihre leibliche Versorgung wie ein Vater zu sorgen. Solches Vorhaben sei von den Rabbinern gebilligt worden, und darauf