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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 9-10 (1883) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
9-10 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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136 Und so habe er sich entschlossen, nicht mehr zu widerstreben, sondern ein Christ zu werden/ Er ging also von dem Grabe hinweg und that sein viereckiges Kleid mit Schnüren von sich, wandte sich nach Dicrinatinge» zu dem ihm bekannten Grafen Truchseß von der Schür und entdeckte demselben sein Vorhaben, Christ zu werden. Der Herr Graf bezeugte darüber eine große Freude und verhieß ihm auch zeitlichen Unterhalt, über welchen letzteren Punkt ihm Jachiel sagte, daß es ihm nicht um das Zeitliche zu thun wäre. Das Vertrauen zu dem Grafen kam nicht allein von guter Bekanntschaft, sondern auch daher, weil Jachiel ihn für einen frommen und andächtigen Christen gehalten, den er zu Zeiten in andächtigem Gebete angctroffen. Der Herr Graf hieß ihn »ach seinem Schlosse Schär auf eine andere Zeit kommen, und er ging deshalb nach Hause. In der Nacht überlegte Jachiel, daß er nun wieder falsche Wege gegangen sei und daß er, aller Triebe seiner Seele, auch der stärksten Ueberzeugungen ungeachtet, seine gefaßten Entschlüsse doch immer wieder verschiebe, worüber er in entsetzliche Bangigkeit gcrathen, unter welcher er sich vor Gott auf seine Kniee gelegt und den Messias um sein Erbarmen und Beistand angerufen. Er hatte aber keine Ruhe, und vor großer Bangigkeit ging er des Morgens ungefähr um 2 Uhr und weckte eine christliche Nachbarin, deren frommes und andächtiges Christeuleben er gewußt, aus dem Bette und entdeckte derselben seine Umstände. Diese habe ihn mit Freudenthränen empfangen und Gott gelobt für seine große Barmherzigkeit, zugleich aber hinzugefügt, daß sich Gott nichts umsonst thun lasse, und daß sein strenges, frommes Leben nicht verloren gewesen, und hoffe sie, es würden seinem Beispiel, weil ihn alle Juden für fromm und gottesfürchtig halte», viele Nachfolgen. Und weil er vor Ermattung und Schwachheit zu seiner Erholung eine Erquickung uöthig hatte, so trank er daselbst, dem jüdischen Glauben entgegen, ein Glas Wein. Als es Tag geworden, sei er mit dieser Nachbarin zu dem katholischen Pfarrer des Ortes gegangen, dem habe er seine Ucbcrzeugung und Vorhaben entdeckt, worüber derselbe eine nicht geringe Freude bezeugt. Während dem, daß er bei dem Pfarrer gewesen, sei ihm der schwere Gedanke eingefallen: wie, wenn er unrecht thäte und also Gott und den rechten Glauben verlcuguete, auf

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