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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 9-10 (1883) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
9-10 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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131 die Fremde nach Prag zu begeben, um einzig dem Studiren obzulicgen, und verband sich dazu mit einem Gelübde. Als er sich wegbegeben wollte, fiel der französische Krieg ein, da viele Truppen in Schwaben «»kamen. Und weil er Gewissens halber bei solchen Umständen sein Weib, Kinder und alte Eltern nicht verlassen konnte und ihn sein Rabbi zu bleiben ermahnte, wurde ans dem Wcgziehen nichts. So setzte er denn das ^Handelsgeschäft fort. Während der Führung desselben hatte er allerhand Fatalitäten, so daß er mehr als einmal in Lebensgefahr gerieth und beinahe von Straßenräubern nmgebracht worden wäre. Dies führte ihn zum Nachdenken, ob Gott nicht etwa darum desgleichen über ihn verhänge, weil er sein Gelübde nicht halte. Die Liebe zu Weib und Kindern aber ließ diese Gedanken keine Folgen habe». Inzwischen, da er seine Handlung mit gutem Erfolge getrieben, kam er in einen langwierigen Prozeß und wurde dergestalt von Geld entblößt, daß er, ohngeachtet er Gelder ausstehcn hatte, dennoch bittern Hunger leiden mußte. Und da ihm sein älteres Kind einmal gesagt, cs könne den Hunger nicht mehr ausstehen, so hat er sein Weib genöthigt, ihm das vorhandene Silber zu geben, um solches, wenn er es nicht verkaufen dürfte, wenigstens versetzen zu können. Aber er habe kein Geld zu entlehnen bekommen. Ein Beamter habe ihm zwar das Geld wirklich vorgezählt, aber unter dem Zählen sei er genöthigt worden, plötzlich zu verreisen, so daß er das Geld eilfertig wieder zur Hand nahm und Jachiel beim Besitze von Mitteln entsetzlichen Hunger leiden mußte. Daraus schloß er aber, daß Gott sein Gelübde erfüllt haben wollte; sein Weib und der Rabbi jedoch haben den Wegzug nicht gut heißen wollen. Am Bußsabbathe vor dem langen Tage habe er dann mit Erlaubniß des Rabbi das erste Mal, zwar nicht nach der Kunst gelehrter Juden, sondern einfältig gepredigt, den Juden ihr Verderben und ihren Verfall im Halten des Gesetzes mit triftigen Gründen vorgehalten, sie zur Buße und Bekehrung, zur nngchcuchelten Demuth vor Gott, zur Furcht und Liebe Gottes ernstlich ermahnt und auf den inneren, wahren Dienst Gottes, der im Geist geschehen müsse, gewiesen. Darüber haben die Zuhörer viele Thräncn vergossen, und Viele haben sich hernach zu ihm gcthan, um von ihm weitere Unterweisung zur Buße anzunehmen. Das

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