Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 7-8 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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120 solche Schriftstellen aus, über welche hernach die Redner sprechen sollten. Nach seinem Bankerutt wurde Joseph in den Dienst einer geachteten Kaufmannssirma in New-Aork ausgenommen, aber hier entlassen, weil er seine Pflichten vernachlässigte; Vorstellungen waren zuerst versucht worden, hatten sich aber als vergebliche bewiesen. Um diese Zeit begann er die bitteren Früchte seines unordentlichen Lebens zu ernten. Der Wunsch, Wohlstand und eine hervorragende Stellung zu erlangen, hatte ihn bisher zu seinen Handlungen und Unternehmungen gereizt, bei denen er wiederholt sein Leben auf's Spiel gesetzt hatte; alle seine Pläne aber waren nun vereitelt und er in Armuth und Elend versunken. Er kehrte jetzt wieder nach Kanada zurück, wo er von seiner Mutter und andern Freunden freundlich ausgenommen wurde. Sie bot ihm ihre Hilfe an, wenn er wieder ein eigenes Geschäft eröffnen wollte, aber seine häufigen Verluste und die erlebten Enttäuschungen ließen ihn das Anerbieten ablehnen. Er fühlte sich in seinem Gemüthe äußerst bedrückt und in seinem Gewissen unruhig. Da begann er sich den Trunk anzugewöhncn und, um seine Gefühle zu übertäuben, Opium zu gebrauchen. Er sah nichts als Elend vor sich und fürchtete die Vernichtung. .In dieser Verfassung brachte er sechs Monate zu, bis er, von Einem, der noch ärger war als er selbst, dazu aufgestachelt, eine That beging, durch die er mit den Gesetzen in Streit gerieth. Er mußte vor Gericht erscheinen und wurde zu einem Jahr Gefängniß verurthcilt. Während seiner Gefangenschaft erfuhr er durch seine Mutter jede irgend gestattete Erleichterung seiner Lage. Bei seiner vielen Freizeit las er inzwischen gelegentlich das Alte Testament, aber es war ihm Alles dunkel. Am Schlüsse seiner Hast versah ihn seine Mutter mit den Mitteln zur Rückkehr nach den Vereinigten Staaten, gebot ihm aber, nie wieder ihr Angesicht zu sehen. Obwohl er über diese Strafe der Mutter, die ihn einst herzlich geliebt hatte, tief erschüttert war, gehorchte er ihr dennoch nicht, sondern beschloß zu bleiben, wo er war, und suchte einen Kürschner in Montreal auf, bei dem er in Arbeit trat. In seiner neuen Stellung verblieb er einige Monate, und während dieser