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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 7-8 (1883) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
7-8 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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118 Joseph erbte von seinem Vater eine kleine Summe, und nach Beendigung der Lehrzeit begann er ein eigenes Geschäft. Dies setzte er eine kurze Zeit fort, als er, voll von der Begierde, Reichthum zu erwerben, mit feinen Aussichten in Montreal unzufrieden wurde, sein Geschäft in dieser Stadt aufgab und sein Glück in fremden Ländern zu versuchen beschloß. Er ging deshalb nach New-Aork, wo er all sein Geld für Maaren ausgab, die auf dem westindischen Markte Absatz versprachen, und segelte mit diesen nach Jamaika. Dort verkaufte er dieselben auch thatsächlich recht rasch und wurde daun Geschäftstheilnehmer eines jungen Mannes, der ebenso unternehmend, aber anch ebenso baar aller religiösen Grundsätze war. Dieselben kauften ein kleines Schiff und trieben nun zwei Jahre lang einen einträglichen Handel in den Inseln des Caraibischen Meeres. Während dieser Zeit führte Joseph ein sehr ausschweifendes Leben, war dabei nur auf das Erjagen von Geld bedacht und suchte sein Glück in dem Dienste des Gottes dieser Welt. Nichtsdestoweniger besuchte er damals, theils aus Neugierde, theils aus anderen Gründen, manches Mal christliche Kirchen. So einmal eine Kirche in der Bai von Honduras, als der Bischof von Jamaika dort eine Konfirmation abhielt; und die feierliche Verlesung der zehn Gebote durch den Kaplan machte hierbei auf ihn einen lebhaften Eindruck, ja er fühlte sich selbst bei dieser Gelegenheit als einen offenbaren Verächter aller Gebote Gottes. Aber dieser Eindruck war bald wieder verschwunden. Da Joseph und sein Genosse fanden, daß ihr Gewinn, obwohl recht beträchtlich, doch ihren Wünschen noch nicht völlig entsprach, beschlossen sie eine andere Art des Handels zu erwählen, die, wenn sie gelang, sic schnell reich zu machen versprach. Sie verwandelten alles, was sie besaßen, in Geld und brachten so 190,000 Mark zusammen. Hiermit gingen sie nach Baltimore in die Vereinigten Staaten, und da sich ihnen andere, ebenso geldgierige als gewissenlose Leute anschlossen, rüsteten sie ein Schiff aus, das für den Sklavenhandel erbaut war. Mit demselben segelte Joseph ab. An Afrikas blutgetränkter Küste angckommen, schifften sie bald 390 menschliche Wesen ein. Aus der Rückkehr nach Amerika fühlte Joseph, während er mit seiner schändlichen Ladung unter spanischer Flagge einhersegelte, einige Gewissensbisse,

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