Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 7-8 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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112 wies dem Missionar diese Rede nicht, sondern erklärte: »Ich hoffe ans Gottes Erbarmen!« und M. fügte hinzu: »Ja, die Schechina (Gegenwart Gottes) soll sich seiner erbarmen!« und »Amen« schloß der Alte hierauf die Rede. Er nahm gern eine Missionsschrift an. Ehe er wegging, segnete ihn Meuter gleichsam auf seine Reise zur Ewigkeit ein, was denselben so rührte, daß er nicht Worte genug für seinen Dank finden konnte. Er las dann zu Hause das empfangene Buch, und unter dem Lesen rannen ihm die Thränen von den Wange». Sei» Sohn, den er noch einmal mit seinem Danke sandte, erzählte das Menter. Dieser aber fügt hinzu: »Ich glaube gewiß, daß auch hier unter dem jüdischen Volke der Herr seinen Samen hat. Es heißt: Verdirb und zertritt cs nicht, es ist ein Segen darin. Die Versöhnung Jesu ist allgemein, nur daß cs an der Zueignung fehlt. Der Geist Gottes wirkt im Verborgenen und verklärt Jesum und sein Verdienst, wie das Sausen eines Windes, da wir wohl Manches vernehmen, aber die Ursache nicht allemal wissen.« In dieser Gegend, es war in der von Fürth, fanden M. und sein Kollege Hansi überhaupt viele eifrige Hörer. »In manchen Orten haben wir unsere Büchlein so ausgestreut, Ort für Ort, daß es einer Milchstraße nicht unähnlich gewesen. Der Herr lasse sie zur Erleuchtung dienen, und jedes ein Sternlein werden, welches nach Bethlehem zu dem heiligen Kinde führt.« Freilich die große Masse der Juden widerstrebte auch damals dem Zeugnisse von Jesn Christo auf's Entschiedenste. Im Elsaß rief Meuter einmal den Juden, die sich ihrer Heiligkeit vor allen andern Völkern und ihrer Verwerfung Jesu rühmten, zu: »Israel ist von Anfang an hart und rebellisch gegen Gott und sein Wort gewesen. Es ist auch vorausgesagt worden, daß die beiden Häuser Israel und Juda sich an ihrem Herrn stoßen, fallen und zerbrechen würden (Jes. 8, 15).« Dieser Text schlug den Ohasaw (Vorbeter) und den Bocher (jüdischen Studenten), welche das Wort führten, dergestalt, daß sic Beide auf einmal erblaßten und stumm wurden. Sie betrachteten den Spruch mit aller Genauigkeit, konnten sich aber nicht Helsen, weil er ihnen die Wahrheit zu überzeugend entdeckte. Nach einer laugen Weile sagte Einer: »Ihr solltet uns also danken, daß wir den Messias zu Eurer Versöhnung getödtet haben!« »Nicht Euch,« erklärte M., »sondern Gott müssen wir