Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 7-8 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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113 Lob und Dank sagen, der nach seiner Liebe zu den Menschen ihn als ein Versöhnopfer dahingegeben hat. Ihr habt nichts zu unserer Versöhnung gethan, Ihr habt nur Euren bösen Willen und Mordlust vollbracht und Euren Blutdurst gestillt. Eure Hände sind voll Blutes. Rühmet Eure Sünde ja nicht. Eure Strafe ist so schon schwer über Euch. Sprecht viel lieber in Eurem Elend und Gefängniß, womit Euch Gott straft, und worin Ihr nun mehr als 1700 Jahre als Königsmörder sitzet: Wir wollen uns zum Herrn wenden, er hat uns geschlagen, er wird uns auch heilen, er hat uns verwundet, er wird uns auch verbinden. Er macht uns lebendig nach drei Tagen, nämlich »alldem egyptischen, babylonischen und edomitischen (römischen) Gefängniß. Jetzt ist die Zeit. Wer in diesen Gnadentagen des Messias keine Gnade und kein Leben bekommt, erhält es nie und nimmer nicht.« Das Wort bezeugte sich doch von selbst den Herzen, und hernach suchten viele Juden den Missionar in seiner Wohnung auf. In der Synagoge zu London knüpfte M. mit einem polnischen Rabbi ein Gespräch an, welches dann aus freiem Platze fortgesetzt wurde, wobei sich eine Menge Juden um den Missionar sammelten. Dieselben wurden immer erregter. Da rief einer in heftigster Weise aus: »Sollen wir an den Gehängten glauben?« M. antwortete: »Ja, sonst geht Ihr mit all Euren guten Werken verloren.« Darauf fingen sie Jesum zu lästern an. Das brannte M. in der Seele. »Ich Hub meine Augen und Hände gen Himmel auf und sprach: Jesu, der du im Himmel wohnst und als König regierst, du siehst hier deine Feinde und hörst ihr Lästern, womit sie dich, den Heiligen in Israel, lästern. Wirst du es nicht rächen? Ja, ich bezeuge euch, ihr Widerspenstigen, diese harten Worte und Lästerungen werden euch beunruhigen und euch wie ein Brand aus euren Seelen brennen am Tage des Todes und des Gerichts.« So sprach der Missionar und er fügt hinzu: »Der Lärm und das Getöse war auf einmal so stille, daß sich keine Lippe regte und kein Laut hören ließ. Ich ging hernach Jcsaia 53 durch und fragte, ob wohl jemals Einer gelebt, an dem dies so pünktlich alles erfüllt worden, als an Jesu von Nazareth? Sie schwiegen still. Ich versicherte nach Daniel 9, daß in keinem Andern das Heil und Gerechtigkeit sei, und die 8