Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 7-8 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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111 und diese machen einen Gott (Elohim)!« »Wer kann das begreifen?« fiel der Jude ein. «Ich nehme das nicht an, was ich nicht begreifen kann!« »Gewiß,« entgegnete Meuter,« es ist ein Gcheimniß, welches unser eingeschränkter Verstand nicht durchschauen kann. Das endliche Wesen kann das unendliche nicht fassen, und so einen Gott, den ich begreifen könnte, möchte ich nicht znm Gott haben, er wäre nicht vollkommener als ich. Was aber der unbegreiflich große Gott, wie ihn David nennt, uns von seinem Wesen offenbart, müssen wir in Dcmuth annchmcn und glauben und ihm dafür danken.« So Mancher öffnete sich denn auch dem Zeugnisse des Missionars. In Fürth traf er einen alten Juden von 90 Jahren an, welcher noch gut hören und ohne Brille lesen konnte. M. sagte ihm, daß er für solche Wohlthat Gott nicht genug danken könne, und der Alte bestätigte das. Der Missionar fuhr fort, daß er vielleicht das vierte Gebot: »Du sollst Vater und Mutter ehren, auf daß du lange lebest und dir es wohlgehe auf Erden!« recht in Acht genommen habe. Der Greis lächelte und erklärte, daß er sie wohl noch besser habe ehren können. Da fuhr M. fort: »Der Herr hat Ihm deswegen die Tage verlängert, damit Er zum Himmel reifer werde, und hat Ihm deswegen die Augen geschenkt, damit Er den Weg zum ewigen Leben finden möchte. Darum hat er Ihm das Gehör erhalten, damit Er im Alter, wenn cs in der Jugend nicht geschehen ist, die Stimme Gottes und der Propheten und Lehrer fassen möchte.« Gerührt entgegnete der Alte: »Es ist wahr, wenn ich es bedenke, Gott hat mich wunderbar geführt und mir recht viele und große Wohlthaten erzeigt!« Auf die weitere Frage, ob er denn aber auch Gott recht gedankt habe, bekannte der Alte: »Nicht allemal so, wie ich es billig gesollt habe, Gott wird mir's verzeihen!« Da wandte sich M. mit seinem Zcngniß von Christo an ihn: »Lieber Vater, nun wüßte ich noch eins für Ihn. Hätte Er das, dann könnte Er mit erfreuter Seele recht in Frieden dahinfahren und zu seinen Väter versammelt werden.« »Nun was denn?« frug der Greis begierig. »Den Glauben und Trost Jakobs, der auf seinem Sterbebette sagt: Herr, ich warte auf dein Heil, auf den Jeschua, auf das Jcsushcil! O, daß Ihm dieser Trost nicht verborgen sein möchte! Bete Er zu Gott darum!« Der Alte ver-