Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 7-8 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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110 Stein in der Pfalz schreibt er im Jahre 1769 über ein Gespräch mit einem Rabbi: »Ich hatte Gelegenheit, ihm das güldene Kapitel Jes. 53 ganz von Vers zu Vers zu erklären. Wenn es der Jude nur erst soweit kommen läßt, daß er es ganz, sammt der Erklärung desselben, ruhig anhört, so bin ich allemal recht sehrvergnügt. Denn man kann ihm hieraus den ganzen Rath der Seligkeit überzeugend vor Augenlegen. Und wenn sie sonst nichts Anderes hören und wissen, als dieses, so müssen sie soviel daraus lernen, wie sie selig werden sollen und können. Er wurde ganz weichmüthig' und stille. Ich merkte, wie ihm die Klarheit des Versöhners in die Augen strahlte, ich habe auch gute Hoffnung von ihm, denn er hat bei Juden und Christen ein Zcugniß der Ehrlichkeit.« Die Lehre von der Dreieinigkeit wurde natürlich von Juden angegriffen. Meuter handelte hier weislich. Auf den Widerspruch antwortete er einmal: »Ja, diese Lehre ist zu hoch. Wir wissen, daß drei Personen in dem einzigen göttlichen Wesen sind; wie sie aber mit einander verbunden sind, und was sie für ein Verhältniß, Verwandtschaft und Vereinigung haben, ist eins der höchsten Geheimnisse. Wir finden aber in der heiligen Schrift deutliche Spuren, darin es uns hinlänglich offenbart worden ist.« M. ging hierauf 1. Mose 1, 26. 2. Mose 33, 34 und Jes. 48, 16 durch. Der Jude war ganz gerührt darüber. Meuter sagte ihm jedoch: »Das ist zu hoch für Ihn. Erst muß man zu seiner Selbsterkcnntniß kommen, wahre Buße thun, Gottes Wort lernen und den Mann von Gott recht kennen lernen, der im jüdischen Lande umhergegangen und wohlgethan und Kranke von allerlei Seuchen und Plagen geheilt, für die Sünder gelitten hat, gestorben und gen Himmel gefahren ist und ewig lebt und euch Buße und Glauben an seinen Namen und Segen anbietet; dann ist cs gut.« Ein anderes Mal antwortete er einem Juden, der ihm erklärte, er habe das neue Testament viermal durchgelesen, könne aber unmöglich glauben, daß mehr als ein Gott sein solle: »Er hat völlig Recht. Ich kann es auch nicht anders einsehen, aber das kann ich glauben und muß es mit der alten jüdischen Kirche annehmen, daß in Gott (Elohim) drei Personen (Ponim) sind: Vater (Ab), Sohn (Ben) und Geist (Ruach), die höchste Krone (Leiber eigen), die Weisheit (Ohochma) und Verständnis (Bina),