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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 7-8 (1883) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
7-8 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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107 (den Gehängten)!« M. erwiderte: »Ja, das halte ich für meine höchste Erkenntniß und Glückseligkeit.« Der Rabbi forderte hierauf von ihm seine Bibel, schlug Hesekiel 28, 9 auf und sagte ihm, hier könne er lesen, was der Christen Messias sei. Der Vers lautet also: »Alsdann magst du sagen vor deinem Todtschlägcr, ich bin Gott, da du doch ein Mensch und nicht Gott bist i» der Hand dessen, der dich durchbohrt.« »Da habt ihr euren Messias!« rief der Jude. »Seht ihr, daß er nicht Gott sein kann?« M. wies einfach auf den Zusammenhang der Stelle hi». »Das Kapitel geht ans den Fürsten von Thrus. Weil er ein großer Herr war und stolze, reiche Unterthanen hatte, so erhob sich sein Herz so sehr, daß er sprach: Ich bin Gott, ich sitze im Sitze Gottes mitten im Meer, da du doch nicht Gott bist. Du glaubst weiser zu sein als Daniel und verlässest dich auf deinen Reichthuin und Macht. Was sagt aber der Herr? Ich will Völker über dich bringen, die sollen deine Weisheit und deinen Glanz entweihen und vernichten und dich zu Grunde richten, dann inagst du sagen in der Hand deiner Todtschlägcr: Ich bin Gott. Wunden und Tod werden dich lehren, daß du ein Mensch bist. — So ist der eigentliche Zusammenhang, mit dem Messias hat es ein ganz anderes Verhältniß und Beschaffenheit. Er hat sich nicht selbst erhöht, sondern erniedrigt. Er verließ den Thron seiner Herrlichkeit und wurde Mensch und erniedrigte sich bis zum Tode ain Kreuz. Daß er aber gelitten hat, war des Vaters und des Messias Wille und unsere Seligkeit. Vermöge seiner göttlichen Natur hätte er seine Feinde bald dämpfen können, aber da wäre die Absicht des Vaters und die Versöhnung des gefallenen menschliche» Geschlechts nicht zu Stande gekommen. Er war dazu gekommen, durch Leiden des Todes die Menschen vom ewigen Tode zu befreien (Jes. 43, 23—25). Gesetzt, daß hier ein Widerspruch zwischen Jesaia und Hesekiel wäre, so habt ihr es nicht mit mir, sondern mit eurem eigenen Propheten zu thun, widerlegt erst Jesaias 53 und Jeremias 23, 5. 6 und sehr viele andere Stellen, welche die Gottheit des Messias in's Licht setzen, alsdann wollen wir weiter davon reden. Wie die Bundeslade, über welcher die Schechina, die Herrlichkeit Gottes, ruhte, gefangen und in's Haus Dagons gebracht werden konnte, ebenso war es möglich, den Messias zu greifen und in die Kammer des Todes zu legen. Aber nach drei Tagen stand er durch seine

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