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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 7-8 (1883) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
7-8 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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106 in ein Haus, das Juden bewohnte». In einer Nebenstube lag ein Kranker. M. frug eine der anwesenden Jüdinnen: »Die Inden müssen sich doch gewiß recht sehr ans ihren Tod freuen können?« Die Angercdete verneinte dies. Der Missionar aber fuhr fort, er glaube cs doch, denn die Inden rühmten sich ja, Gottes Volk zu sein. Die Jüdin entgegnctc: »Ja, wenn wir alle fromm wären!« Meuter frng sie darauf, wie sie denn von ihren Sünden loswcrden könnten, wenn sie nun nicht fromm wären. Ihm wurde geantwortet: »Im Gehinnom, d. i. Fegefeuer«. M. aber erklärte ihr: »Von dieser Reinigung der Sünden finde ich keine Spur im Worte Gottes. Ich glaube vielmehr: wer hier in diesem Leben nicht fromm wird, wird es dort gewiß noch weniger. Wir Christen haben das nicht nöthig, erst noch in's Gehinnom zu gehn, uns werden die Sünden schon hier vergeben. Das haben wir der unendlichen Erbarmung Gottes zu danken, der uns den Messias gesandt hat, daß wir durch ihn leben sollen; durch seine Wunden werden wir geheilt.« Von der Sterbensfreudigkeit sprach er überhaupt oft zu Inden, denn nirgends trifft man dieselbe wohl seltener als im Judcnthum an; die Synagoge hat eben keinen gewissen Trost für den Sterbenden. »Wollt ihr die schöne Kunst, selig zu sterben, lernen,« redete er einst einen Juden im Meiningenschen an, »dann wisset, daß man dieselbe nicht aus seiner eigenen Einbildung gewinnt, sondern ans dem köstlichen Worte Gottes. Hiob hat sic wohl verstanden. Dazu gehört aber Folgendes: 1. daß man weiß, daß ein Erlöser, ein Goel da sei; 2. daß er unser Erlöser ist. Mein Erlöser! also faßt ihn der Herzensglaube. Der sagt: Du bist mein, und ich bin dein, Niemand soll uns scheiden; 3. daß man ohne Furcht das Gegentheil sagen kann: Mein Tod ist keine Vernichtung, Zerstörung und Untergang, sondern eine Veränderung, Verwandelung, Verfeinerung, mit einem Wort eine herrliche Auferstehung und Verklärung. Wir können ihn ansehen als einen himmlischen Geburtstag. So sah Hiob den Tag seines Todes an (Kap. 19). Wer seine Worte im Glauben und mit völligem Herzen ihm nachsagen kann, der hat die Kunst, selig und fröhlich zu sterben, gelernt.« Freilich das Bekenntnis; zu Jesu fand oft den lebhaftesten Widerspruch. Spöttisch rief man ihm ans einem Kreise von Juden in Plotzheim einmal entgegen: »Ihr glaubt doch an den Tlioleh

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