Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 7-8 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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108 Kraft von den Todtcn auf, der Tod konnte ihn nicht halten. Ihr wollt den Rath Gottes von der Menschen Seligkeit nicht verstehen. Es mußte so sein, daß der Messias für uns sündige Menschen litt und starb.« Nach Endigung der Synagoge legte ich den anwesenden Juden eine Stelle zu erklären vor, es war der Spruch Jesaias 65, 15: »Ihr sollt euren Namen lassen zum Schwur meinen Auserwählten.« Wer sind diejenigen, die ihren Namen zum Schwur und Sprichwort lassen müssen? Sind cs nicht die Juden? Sie waren alle stutzig und niedergeschlagen. Wer sind die Auserwählten? Wollten sich die vom Hause Israel dafür ausgeben, so wären sie nicht im Bann. Unter den Auserwühlten werden die Anhänger des wahrhaftig in die Welt gekommenen Messias verstanden: die Christen, welche an ihn glauben. Euch wird der Herr tödtcn, denn er hat euch zum Schwert gezählet, V. 12, und seine Knechte wird er mit einem anderen Namen nennen, nach Jes. 62, 2, mit einem neuen Rainen. Wenn ihr mehr Zeit auf die Betrachtung des Wortes Gottes wendetet, so würdet ihr auch Gott und seinen Willen besser kennen und einsehen lernen. Die Juden gaben hier ihre Zustimmung zu erkennen, und ich fuhr fort: »Ich bin in eurer Synagoge gewesen und glaubte ein Volk Gottes zu sehen und einen Dienst des lebendigen Gottes, da man Andacht, Ehrfurcht und Heiligkeit erblicken würde, aber über euren Dienst muß man sich mehr betrüben als freuen. Wenn ihr einem großen Herrn ein Bittschreiben oder Klage zu übergeben hättet und ihr trätet mit so verwunderlichen Gcberdcn, als ihr euer Gebet vor Gott, dem Herrn aller Herrn, verrichtet, vor sein Angesicht, würdet ihr nicht als närrische Leute abgewiescn? Nun überlegt, wie Gott euer elender Dienst gefallen müsse?« »Er ist ein rechter Strafprediger!« äußerten da mehrere Juden, aber sie wagten nicht zu widersprechen, und ich fuhr fort: »Leset nur, der Prophet Jesaias sagt K. 1, 10—20, wie dem Herrn eure Andacht und Dienst gefällt, und beim Propheten Maleachi 1, 10 finden wir, daß es dem Herrn lieber wäre, Jemand verschließe die Thür eurer Synagogen, und ihr verrichtet gar keinen Dienst auf so unehrerbietige Art. Das lautet in Wahrheit sehr betrübt. Der Herr erbarme sich euer.« Umsomehr drang der Missionar in die Inden, den Messias