Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 7-8 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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100 genommen nns nicht reizen, alles Mögliche zu thun, um dieses verblendete Volk zu belehren, auf bessere Wege zu weisen und es seinem Messias entgegenzuführen, da es doch der barmherzige Gott nicht gänzlich verworfen hat!« Dazu beschäftigte ihn der Gedanke, daß es den Christen freilich nicht an Hirten und Lehrern fehlt, »aber an solchen, die sich entschließen möchten, unter die Juden zu gehn und Jesum den Gekreuzigten mitten unter Schimpf und Verfolgung zu verkündigen, mangelt es sehr«. Auch bestärkte ihn in seinem Vorsatz das Beispiel von Burgmann, den Schultz gleichfalls in sein Hans ausgenommen hatte, und mit dem er dann eine Zeit lang aus einer Stube gewohnt hat. Dieser trat hernach nämlich in den Missionsdienst. Ein Brief desselben an ihn, mitten auf einer Missionsreise geschrieben, in welchem derselbe mittheilt, daß er mit seinem bisherigen Gefährten Reinert, welcher fortwährend krank sei, nicht weiter arbeiten könne, und ihn bittet, sein Gefährte zu werden, gab den Ausschlag. Meuter meldete Schultz seinen Entschlnß, und dieser war mit demselben wohl zufrieden. Am 8. April 1763 bezog er das Missionshaus und bereitete sich nun ernstlicher für den neuen Berns vor. Schon früher hatte er bei Schultz Vorlesungen über das Jüdisch-Deutsche und über de» Missionsverkehr mit Inden gehört. Jetzt setzte er die diesbezüglichen Studien fort i(nb gehorchte auch der Mahnung seines Freundes Burgmann, die Synagoge fleißig zu besuchen. Am 6. Juli 1763 trat dann Meuter, 23 ’/a Jahr alt, mit Burgmann seine erste Missionsreise an. Dieselbe führte ihn in seine Heimath Süddeutschland und die Schweiz; später aber hat er auch die verschiedensten Gegenden Deutschlands, Holland, Dänemark und England theils in Gemeinschaft mit Burgmann, theils mit Hansi und Thnbe ausgesucht. Einen feurigen Mann nannte ihn der letzte Direktor der Halleschen Mission, Prediger Beyer; einen Mochiach, d. i. Bußprediger, nannten ihn die Juden, und beide mit Recht. Mit ungemeinem Eifer und Nachdruck bezeugte er den Juden das alleinige Heil in Christo, oft in erschütternder und die Gemüther auf's Tiefste ergreifender Weise, mit mächtigen Worten und mit außerordentlicher Kraft. Da findet sich wenig von der gewöhnlichen Disputationsknnst, fast Alles zielt auf die Entscheidung im Herzen und Gewissen ab. Mit einer gewissen Einseitigkeit verkündigte er