Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 5-6 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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94 die seit vergangenem Juni in Massowah für die abessinischen Arbeiter bei den schwedischen Missionaren gelegen haben. Früher war es nicht möglich gewesen, nach dieser Stadt zu gelangen. Alle Briefe Flads, die ihren Weg über Matama nehmen sollten, sind verloren gegangen und nur die Griefe vom März und Mai 1882 an ihren Bestimmungsort gekommen. In den Berichten wird einer Reise Sanbatus nach Godjam Erwähnung gethan. Dort sind viele Bekehrte der Mission als Maurer und Zimmerleute mit der Erbauung von Kirchen beschäftigt. Diese Leute sollten besucht und unter ihnen Bibeln und Traktate vertheilt werden. Sanbatu blieb fast drei Monate bei ihnen, hatte viele Gespräche mit Christen und Falaschas, hielt ihnen Bibelstunden und Gebetsversammlungen mit den Bekehrten. Letztere verdienen sich ehrlich ihr Brot, müssen sich aber genau an die abessinische Kirche anschließen, denn im andern Falle würden sie aus dem Brote gejagt und selbst aus Abessinien vertrieben werden. König Johannes will keine andern Christen dulden, als die sich zu der doch so tief gesunkenen abessinischen Kirche bekennen. Der König hat selbst die im Lande wohnenden Muhammedaner, die Kamanten, und die heidnischen Gallas im Süden zur Annahme des Christenthums gezwungen. Alle römischen Priester, die eine Mission unter den Gallas erhielten, hat er eben sowohl als die Protestanten vertrieben. Im ganzen Wollo- und Jedschu-Gebiet, dessen Bewohner früher Muhammedaner waren, hat er Kirchen erbaut, und bereits wird auch gefürchtet, daß er die Falaschas zur Annahme des Christenthums mit Gewalt führen werde. Der neue Bischof, Abuna Petros, ein Kopte aus Egypten, hilft ihm leider in seinem Borgeheu gegen die heidnischen Gallas. Gewalt im Innern und Gewalt auch außen, — denn er will sein Reich bis Kaffa ausdehnen — ist die Losung, welcher er in seiner Herrschaft folgt. Das alles liegt wie ein Alp auf dem Werk unserer eingebornen Missionare. Ein Wunder ist es, daß sie zu ihrer Arbeit noch nicht allen Muth verloren haben. In Asseso haben sie vergangenes Jahr sogar noch zwölf Falaschas getauft, und viele andere haben den Unterricht erbeten. In Djenda werden noch zwei gut besuchte Schule erhalten, die Winterschule in Asseso zählt 45 Knaben, im Sommer weniger, weil die Elteru sie da zur Arbeit