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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 5-6 (1883) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
5-6 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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auf den Feldern gebrauchen. Erschwert wurde alles Wirken durch eine Fieberepidemie, die während der Regenszeit im Lande herrschte und Viele hinwcgrafftc. Vor der Regenzeit machten die Missionare dem neuen Bischöfe in Debra Tabor ihren Besuch. Derselbe war gegen sie freundlich und gab ihnen ein mit seiner Namensuntcrschrift und seinem Siegel versehenes Dokument, welches die in Djeuda die Falaschas unterrichtenden Missionare von allen Abgaben befreit. Gobau, der unter den Gallas in Guderu arbeitet, geht cs gut. Derselbe hat für die Jugend eine Schule errichtet und predigt den Erwachsenen, welche der König zur Annahme des Christenthums gezwungen hat. All dieses Treiben ihres Herrschers müssen die Missionare mitansehen. Die Schwierigkeit der Verhältnisse, in denen sie leben, und die Gewissensnöthc, welche dieselben mit sich führen, sind einigen unter ihnen zu groß geworden, als daß sie sich zurechtfinden könnten. So herrscht nun unter ihnen selbst nicht Uebereinstimmung, wie handeln und was thun> und das führt zum Streit. Die Lage der Missionare und ihrer Bekehrten ist allerdings eine überaus schwierige. Körperlich und geistig sind sie Sklaven des Königs und sehen keinen Ausweg. Die halb heidnisch gewordene abcssinische Kirche bietet ihnen höchst wenig Seelennahrung, und täglich sehen sie sich in neue Gewissenskümpfc verwickelt. Europäische Missionare läßt König Johannes nicht zu, und sie würden auch jetzt den Eingebornen nichts nützen, da jener Fürst Alles in seine Kirche und Kirchenform hineinzwängt. Dabei sieht es auch sonst höchst traurig im Lande aus. Kümpfe, Räubereien, Plünderungen, Hinschlachtungen von Menschen sind an der Tagesordnung. Jüngst stritt der König mil den Bewohnern von Argoba. Die ganze Gegend wurde ausgeraubt und ansgcplündert. Wer die Waffen ergriffen hatte, wurde erbarmungslos nicdergcmacht, die andern, Frauen, Kinder und Greise, auf des Königs Befehl gefangen genommen und wie das Vieh verkauft. Eigentlich sollten Alle abgeschlachtet werden, nur das Dazwischcntreten des Etschigie, des Oberhauptes der Klöster, rettete sie hiervon. Wahrlich, solche Gräuel schreien gen Himmel, und ein Christenthum, das so seine Verbreitung sucht, steht mit dem schlimmsten Hcidenthum auf einer Stufe. Die armen Missionare rufen uns

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