Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 5-6 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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93 nennende Erklärung, daß die Rassenfrage immer mehr von ihrer Bedeutung verliert, je mehr die Civilisation fortschreitet. Das gerade Gegentheil beweist unsere Gegenwart. Unseren Tagen ist cs Vorbehalten geblieben, die Jahrhunderte lang schlafende Rassenfrage zur ersten in ganz Europa und über unfern Welttheil hinaus zu machen. Der französische Kaiser Napoleon III. hat sie auf die Tagesordnung gesetzt, und nun werden von derselben die Deutschen, Polen, Russen, Ruthenen, Serben, Rumänen, Bulgaren, Kroaten, Griechen, Tschechen, Italiener, ja selbst die Araber, Chinesen, Hindus, Madagassen, Maoris rc. auf's Tiefste bewegt. Die Rassenfrage hat gerade die fortschreitende Civilisation wieder angefacht. Eben daher mußte es auch geschehen, daß die am Schärfsten von allen ausgeprägte Rasse, die jüdische, recht ernstlich in den allgemeinen Rassenkampf hincingezogen wurde. Da der so scharf ausgeprägte jüdische Stamm inmitten anderer Stämme und nirgends für sich lebt, wird also die Rassenfrage ihm gegenüber stets neue Nahrung erhalten. Rsnan trägt gerade dazu bei, daß man sich dieser Thatsache recht deutlich bewußt wird; und wie in dem früheren Falle, wo er sein »Leben Jesu« schrieb, hat er auch diesmal das eigenthümliche Geschick, daß er dazu Helsen muß, das Gegentheil dessen, was er meint, zu allgemeinerer Anerkennung zu bringen. Diesen Dienst leistet sein Vortrag über die Juden in hervorragendem Maße. Die Aothlage der abesstnischen Misston. Am 10. April erhielt Missionar Flad Briefe der abessinischen Missionare vom 15. und 16. Januar. Aeußere und innere Verhältnisse haben das dortige Werk in eine so schwierige, schmerzliche und gefährliche Lage gebracht, daß der eingebvrne Missionar Argawi nicht, wie es doch beschlossen war, nach Europa kommen wird; er kann sich unter den gegenwärtigen Umständen von seiner Station nicht entfernen. Die Unsicherheit in jenem Lande ist so groß, daß David, der Bote, welcher mit den Briefen an die Küste gesandt wurde, mit einer Kaufmannskarawane reisen mußte, die aber von Djenda bis Massowah 64 Tage gebrauchte. Mit derselben Karawane kehrt er zurück und nimmt die Briefe sammt dem Gelbe mit,