Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 5-6 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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92 und blieb fortan daselbst nur eine Volks-, Stammes- und Raffcnreligion. Mit dieser Thatsache rechnen auch alle andern allgemeinen Religionen. Ohne Ausnahme sehen sie die jüdische Religion als eine solche an, die garnicht als Mitkämpferin in Betracht kommt. Wie ernst man gleich überall es mit der Thatsache eines jüdischen Einflusses auf allen Lebensgebieten und also auch auf dem geistigen und religiösen nehmen mag, Niemand und nirgends fürchtet man, daß eine der allgemeinen Religionen jemals von der jüdischen verdrängt werden könne. Man weiß, daß jüdischer Einfluß die Religion anderer untergraben und zerstören helfen kann, aber auch nicht von ferne hat man den Gedanken, daß die jüdische Religion an die Stelle der verdrängten treten könne. Christliche, muhammedanische und heidnische Völker sind gleich überzeugt, daß die Religion durch die jüdische zu keiner Zeit werde ersetzt werden. Die Möglichkeit, daß ein Volk anderer Religion christlich, muhammedanisch oder heidnisch wird, giebt man allerwärts zu; vom Judenthum weiß man, daß es in der allgemeinen Religionsgeschichte keine Rolle mehr spielt. Auch der Atheist Renan weiß nichts Anderes. Er bekennt von der israelitischen Rasse nur, daß sie den Anschluß an alle liberalen Kräfte Europa's sucht, und hofft von dieser ihrer Thätigkeit viel. Die französischen Grundsätze von 1789, welche an die Stelle des Christenthums die Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit setzten, finden nach Renan einen besonders eifrigen Vertreter und Verbreiter an der israelitischen Raffe. Diese Thatsache ist auch richtig, beweist aber wieder nur, daß eben diese Rasse eine besondere Eigcnthümlichkeit besitzt, und daß sie durch diese Eigenthümlichkeit seit Jahrhunderten vor Allem darauf gerichtet wird, das Christenthum zu bekämpfen. Renan selbst gesteht, daß die jüdische Rasse nicht blos leiblich einen besonderen Stamm bildet, sondern daß sie gleichzeitig auch ein ganz bestimmtes geistiges Gepräge trägt und ganz bestimmte Wege in ihrem geistigen Leben geht. Klarer konnte also der besondere Rassencharakter der Juden garnicht hervorgehoben werden. Der französische Atheist liefert wider Willen den Judengegnern, welche die scharfe Ausprägung der jüdischen Rasse betonen, selbst das Material in die Hände. Und daneben die nicht anders als französisch leichtfertig zu