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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 5-6 (1883) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
5-6 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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91 andern Stämmen der Fall ist. Trotzdem ist die allgemeine jüdische Eigenart überall erkenntlich, ebenso wie in Deutschland z. B., trotz der verschiedenen Stämme des Volkes, die allgemeine deutsche Eigenthümlichkeit. Die jüdische Religion nun ist diesen ganzen langen Zeitraum hindurch recht eigentlich eine Stammes- und Rassenreligivn geblieben. Ehe das Christenthum kam, schien es, als könne die jüdische Religion aufhören, bloße Volks- und Stammesreligio» zu bleiben; seitdem aber dasselbe auf den Schauplatz der Geschichte getreten ist, hat sich die jüdische Religion im Wesentlichen ans ihren Stamm beschränken müssen, und selbst der Trieb, den sie früher fühlte, die Bahnen einer allgemeinen Religion zu gehe», erlosch in ihr. Die Chasaren, fast das einzige Beispiel in diesem Zeiträume, wo ein Volk freiwillig das Judenthum annahm, oder wenigstens, ohne durch Juden hierzu genöthigt zu werden, wurden unter so geringer Betheiligung der übrigen Juden ihre Glaubensgenossen, daß die Thatsache selbst ihnen die längste Zeit fast unbekannt blieb. Wahrlich, von einer solchen Religion legt die Geschichte das Zeugniß ab, daß sie immerhin, wie manche andere Volksrcligion, von ihrem Stamme festgehalten und demselben unentbehrlich erscheinen mag, daß sie aber keine ÄbenS- und Anziehungskraft für Andere besitzt. Sie zieht sich, wie es die Geschichte bewiesen hat, vor dem Christenthum auf sich selbst zurück, sobald dasselbe unter Völker tritt, welche es für sich gewinnen will, oder braucht dann höchstens, wie in Frankreich, das traurige Mittel der Gewalt gegen solche, die keinen äußeren Widerstand leisten können. Sie zieht sich sogar vor dem Muhammedanismus zurück, und unter den eigentlich heidnischen Völkern selbst macht sie nun nicht einmal mehr den Versuch, eine allgemeine Religion der Menschen zu werden. Von der Zeit an, wo eine andere Religion den Anspruch erhebt, Weltreligion zu werden, hört die jüdische Religion auf, für seine eigene Ausbreitung unter andern zu wirken. Rur so lange, als keine andere Religion etwas mehr als Volksreligion sein wollte, hat die jüdische daran ernstlicher gedacht, eine allgemeine Religion zu werden. Sobald irgend eine andere mit dieser Absicht das gleiche Feld betrat, auf dem die jüdische hierfür wirkte, überließ die jüdische der andern Religion dieses Gebiet

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