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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 5-6 (1883) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
5-6 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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89 Andere zum Judenthum übertraten, besonders aber sind in Abessinien die Falaschas und viele Juden in Arabien Abkömmlinge nichtjüdischer Stämme. Bemerkenswerth zumal ist die Bekehrung der tartarischen Chasaren zum Judenthum, die an der südlichen Wolga wohnten, und deren Nachkommen uns unter den Karaiten der Krim begegnen. In den Donauländern und in Südrußland leben überhaupt eine große Menge jüdischer Einwohner, die nicht vom eigentlichen Volke der Juden abstammen. Ebenso sind viele christliche Sklaven jüdischer Herren in allen christlichen Ländern zum Judenthum bekehrt worden. Mithin ist die jüdische Rasse durchaus nicht reinen Blutes, sondern stark mit fremdem Blute durchtränkt. Das Judenthum war Jahrhunderte lang anderen Völkern geöffnet, ursprünglich war es eine nationale Religion, jetzt ist es wieder eine geschlossene Religion. Die Bolksabstammung nnd die Rasse verlieren aber, je mehr man in der Civilisation fortschreitet, desto mehr ihre Bedeutung. So Renan. Einen unglücklicheren Bertheidiger haben die Juden gegen die Antisemiten und gegen die Rassenpropheten wohl nicht gefunden; denn kaum Jemand hat denselben mehr Waffen in die Hand gespielt als dieser Franzose, und kaum Jemand es klarer zum Bewußtsein gebracht, daß die jüdische Religion eine Religion für den jüdischen Stamm bleiben wird. Wir lassen es bei Seite, daß Rsnan das Wesen der Jehovahreligion nicht versteht; wer von Offenbarung nichts weiß, sieht in allen Religionen nur selbstgemachte Vorstellungen von Menschen. Einige kleinere Umstände aber wollen wir noch kurz erwähnen, ehe wir zur Hauptsache übergehn. Gewiß, auch die Juden haben zeitweise versucht, andere Völker und Religionsbekenner zu sich zu bekehren. Dabei haben sie denn mehrfach eine eigenthümliche Toleranz bewiesen. Die makkabäischen Fürsten haben dem Volke der Jdumäer nur die Wahl gelassen, entweder sich beschneiden zu lassen oder zu sterben. Die sogenannten Bekehrungen der christlichen Sklaven, welche jüdische Herren hielten, waren derselben Art; sie wurden einfach von ihren Gebietern gezwungen, die Beschneidung anzunehmen, von freier Wahl war gar keine Rede. In Arabien half das Schwert besonders heidnische Stämme für das Judenthum gewinnen. Freie Bekehrungen sind die der

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