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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 5-6 (1883) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
5-6 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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88 3. Das Judenthum vom Gesichtspunkte der Rasse und der Religion. Von E. Ronan. Basel, bei M. Bernheim. Ronan trägt hier vor: Man nimmt gewöhnlich an, daß das jüdische Volk, welches ursprünglich die jüdische Religion schuf, sie immer für sich allein bewahrt habe, so daß ein Jude in Sachen der Religion auch stets dem Blute nach ein Jude sein müsse. Die Sache verhält sich jedoch nicht so. Allerdings gehört das Judenthum nicht zu den allgemeinen Weltreligionen, denn diese sind nur der Buddhismus, das Christenthum und der Muhammedanismus. Alle nationalen Religionen sind untergegangen, sie waren zu engherzig; die Menschheit hat mehr und mehr die allgemein menschlichen Religionen vorgezogen. Nur zwei Beispiele von Volksreligionen giebt es, die sich erhallen haben: der Parsismus und das Judenthum; mit dem Letzteren hat es jedoch eine eigene Bewandtniß. Das Judenthum ist durchaus nicht immer eine bloße Volksreligion gewesen. Freilich im Anfänge war es dies. Die Propheten aber haben es dahin gebracht, daß die Verehrung Jehovahs zur allgemeinen Religion der civilisirten Welt wurde. Jcsaia besonders hat eine allgemeine Moralreligion für die ganze Welt verkündigt, die von Israel sich über die ganze Menschheit verbreiten werde. Ehe es jedoch dahin kam, schlossen sich zunächst die Juden aufs Strengste gegen ihre Umgebung ab und hielten krampfhaft an ihrer Rasse fest. Dies zeigt sich besonders in der Zeit des Esra und Nehemia nach der Gefangenschaft. In der griechischen und römischen Zeit dagegen machen die Juden sehr viele Proselhten unter den Heiden und nehmen eine Menge fremder Elemente in sich auf; dies geschah besonders von 150 vor Christo bis 22 nach Christo. Das jüdische Herrschergeschlecht der Hasmonäer in Kanaan zwang geradeswegs viele Heiden zur Beschneidung. Ebenso ließen sich nicht wenige Römer freiwillig beschneiden. Das wurde nach dem Ausstande des Bar Cochba 132 nach Christo anders. Der Talmud schließt die Juden wieder auf sich selbst ab und erklärt die Proselyten für »den Aussatz Israels«. Aber nicht überall ist es ihm gelungen, die Juden auf sich selbst zu beschränken. So nicht in dem heutigen Frankreich, wo auch

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