Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 5-6 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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77 Kelk über die innere Stellung ihrer Pflegebefohlenen und will daher im Glauben weiter warten. Die Missionare haben jedoch ganz recht, wenn sie der Ueberzeugung sind, daß nicht ihnen allein, sondern zunächst auch einmal den andern Christen, die etwas vom Missionssinn in sich tragen, dieses Glaubenswerk mit übertragen ist. Jene können es ja, wie das vorher Mitgetheilte gezeigt hat, gar nicht allein ausrichten, sondern sie sollen nur Leiter einer Arbeit sein, die in dieser Zeit der Jndenfeindschaft alle, welche die christliche Gesinnung gegen die Juden nicht in sich tödten lassen wollen, als eine Aufforderung, hier mit Handreichung zu thun, erkennen sollten. Und eine Mahnung hierzu wollen diese Mittheilungen an alle ihre Leser sein. Die Londoner Gesellschaft thut ihr Möglichstes. Sie hat den Missionaren zwei Gehilfen, Benzion Friedmann und L. Oczeret, zugesandt, da die Arbeit für die bisherigen Missionare zu groß geworden war. Aber Friedländer schreibt noch zuletzt: »Von Morgen bis Abend haben wir, soweit die physischen Kräfte reichen und soweit nicht andere Arbeit dazwischenkommt, mit den Flüchtlingen zu thun, und die Leute sind wahrhaft dankbar, wenn wir unsere Zeit ihnen widmen.« Von allen Seite» kommen jetzt aber auch Unterstützungen herbei. Friedländer theilt mit, daß dies in der That aus allen Theilen der Welt her geschehe. Aber der Ausgaben sind noch mehr als der Einnahmen. Die Flüchtlinge müssen ja durch die Mission mit Allem und Jedem, mit Wohnung, Nahrung und Kleidung versehen werden. Schon hierzu. reichte das bisher Gesammelte nicht aus, viel weniger, wenn es nun an die Anlegung von Kolonieen gehen soll. Deshalb wird von Neuem die herzliche Bitte an die treuen Christen, welche dieses Werk des HErru kennen gelernt haben, gerichtet, für dasselbe Liebesgaben aufzubringen. Bisher hat unser Missionsblatt 171 Mark gesammelt, gern würde es auch noch weitere Summen nach Jerusalem senden. Allen denen aber, welche bis dahin beigesteuert haben, spricht Missionar Friedländer den herzlichsten Dank aus.