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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 5-6 (1883) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
5-6 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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76 ihren bisherigen Glaubensgenossen findet nun sichtlich statt; aber die Stunde, wo dieselben auch dem heiligen Geiste Raum genug gegeben haben, um Jesum von Herzen als ihren Heiland zu erkennen und zu erfahren, ist noch nicht gekommen. Missionar Friedländer täuscht sich hierüber keineswegs. Noch ist nach seinen eigenen Worten in ihrer großen Zahl ein bewußtes Verlangen, Christen zu werden, nicht erwacht, sondern sie fühlen sich zunächst nur von der Mission angezogen und hängen an ihr fester als je. Friedländer beschreibt die Lage der Missionare so: »Wir haben mit Hunderten von Leuten zu thun und können Keines sicher sein. Der Feind ist sehr geschäftig, und wir müssen jeden Tag daraus gefaßt sein, zu hören, daß Leute von uns gegangen sind. Wir haben einen täglichen Gottesdienst mit einer zahlreichen Versammlung von Juden, aber wir müssen uns bereit halten, eines Tages ohne Gemeinde zu sein, denn wir haben keine Macht über die Leute, die zur Kirche kommen. Und doch, trotz alles Mangels an Sicherheit und trotz alles Fehlens von Maßregeln, die einen Zwang ausüben könnten, ist diese neun Monate hindurch das Werk fast von Woche zu Woche sichtlich vorwärts gegangen. Was sollen wir also sagen? Beim Fehlen aller menschlichen Bande, um diese Schaar znsammenzuyalten — und nicht weniger als 450 halten sich jetzt zu den Missionaren — glauben wir fest, daß Gott sie zusammenhält, um sie durch uns zu segnen.« So steht die Sache denn auch in der That. Es ist ein Glaubenswerk, aber nicht in dem Sinne, wie die Welt davon redet, die den Glauben für Phantasieen und Einbildungen hält, sondern in dem Sinne der Schrift, die den Glauben ein gewisses Vertrauen auf den unsichtbaren, aber allmächtigen, heiligen und gnädigen Gott nennt. Als eine Uebung im Glauben, um die Kraft und die Seligkeit desselben immer tiefer und täglich neu zu erfahren, betrachten denn auch die Jerusalemer Missionare das ihnen vom HErrn zugefallene Werk. Sie wollen nichts überstürzen. Rev. A. Hastings- Kelk, der Vorsteher des gesummten Londoner Missionswerkes in Jerusalem, schreibt, daß manche ihrer Pfleglinge bereit sein würden, sich taufen zu lassen, daß die Missionare aber erst Beweise einer wirklichen Gesinnnngsänderung haben wollten, denn es käme ihnen nicht auf bloße Namenchristen an. So wenig wie Friedländer täuscht sich

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