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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 5-6 (1883) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
5-6 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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78 Nachtrag zur Geschichte eines Spiegels. In der Geschichte eines Spiegels ist einer Sache Erwähnung zu thun vergessen worden, an welche der liebe Geber jenes Geschenkes, Herr S. Knoblauch in Ravensburg, erinnert hat. Dieser Spiegel hat nämlich dazu dienen müssen, daß einer Seele das ewige Heil zu Theil wurde. Herr S. K. erzählt dies nach einigen aus Abessinien im Jahre 1860 und 1864 empfangenen Briefen. Als die Königin dem Geber und der-Geberin des Spiegels zum Danke 30 Thaler 75 Pf. (nicht 42) sandte, verwandte der Missionar einen Theil des Geldes für seine bedrängte Schule, mit 14 Thalern aber kaufte er einen Galla-Knaben aus der Sklaverei los. Derselbe war in seiner Heimath Kassa gestohlen und an muhammedanische Kaufleute veräußert worden. Damals, als er befreit wurde, war er erst sechs Jahre und verstand kein Wort Amharisch. Bald machte er seinen Pflegern rechte Freude. Bei guten Gaben lernte er sehr rasch bis 100 zählen, das Vater-Unser beten und acht Sprüche aufsagen. Später wurde er getauft und Paul genannt. Aber er sollte nicht alt werden. Ausgangs Mai 1863 erkrankte er an der Dyssenterie und starb am 25. Juni. Die Krankheit war eine sehr schmerzliche, der neunjährige Knabe aber blieb unter derselben geduldig. Oft sagte er dem lieben Missionar: »Ich habe keine Angst vor dem Tode, denn ich weiß, daß mein Erlöser lebt. Aber ich möchte noch gern länger bei Ihnen bleiben und Ihnen Freude machen, möchte auch gern meinen Wohlthäter in Ihrem Lande besuchen und ihm zeigen, daß ich ein brauchbarer Mensch bin. Doch wie mein Heiland will, so ist mir's recht.« Das Sprüchlein: »Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde!« war seine Losung während seiner ganzen Krankheit. Im Lesen, Schreiben und Auswendiglernen hatte er so schnelle Fortschritte gemacht, daß es den Missionar in Staunen versetzte, und man hatte, weil er in geistlicher und weltlicher Erkenntniß gleichmäßig zunahm, auf ihn rechte Hoffnungen gesetzt. Der HErr aber hat ihn vor dem Sturm der Verfolgung, der hernach ausbrach und alle Missionare in die Gefangenschaft brachte, bewahren wollen. Er ist als ein reifes Samenkorn in die ewigen Scheuern eingesammelt worden.

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