Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 5-6 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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74 für denselben Lohn, den er dort erhalten hatte, in der jüdischen Anstalt ein. Der Vater desselben, welcher auf dem Missions- Grundstück arbeitet, war deshalb über den Sohn so erzürnt, daß er ihm das Haus verbot; erst Missionar Fricdländer stiftete wieder Frieden zwischen Vater und Sohn. Nach 8 —10 Tagen aber kehrte der Sohn wieder und bat Friedländer, ihn noch einmal anzunchmen und in einem Laden zu beschäftigen. Weltlichen Nutzen hatte er von seiner Rückkehr nicht, aber im Herzen hatte es ihm keine Ruhe gelassen — das so lange in der Mission gehörte Evangelium zog ihn zu derselben zurück. Eines Tages blieben alle Sephardim, zu denen die Flüchtlinge aus Bulgarien, Klein-Asien, Egypten und Arabien gehören, auf dem Missionsgrundstücke und im Gottesdienste aus, etwa 20 ihrer Kinder fehlten auch in der Missionsschule. Einer der Ihrigen war pämlich in der Synagoge erbarmungslos geschlagen worden, und nun fürchteten die Ander», daß es ihnen ebenso ergehen werde. Gegen diese Mißhandlungen aber erhoben die Missionare beim türkischen Gericht Klage, und sobald die Sephardim dies hörten, kam eine Anzahl von ihnen sogleich zu den Missionaren zurück. Nachdem die Abgesandten der Londoner Gesellschaft inmitten der Flüchtlinge erschienen waren, wurde in allen Jerusalemer Synagogen verkündigt, daß die in Verbindung mit der Mission stehenden Juden excommunicirt sein sollten, ihnen nichts verkauft werden dürfe und ihnen der Gebrauch keines religiösen Gebäudes gestattet sei. Und das alles trifft jene Juden, die, obwohl sie unter der Pflege der Mission stehen, doch eben noch nicht Christen sind, sondern ihrer alten Religionsgemeinschaft noch angehören, sehr hart. So wußte einer der Flüchtlinge von dem Banne noch nichts und ging deshalb in die Synagoge. Kaum eingetreten, eilten ihm zwei Juden, die ihm befreundet waren und es gut mit ihm meinten, entgegen, ergriffen ihn am Arm und brachten ihn heraus, da er hier nicht beten dürfe. Hätten jene Beiden das nicht gethan, dann wäre der übrige Haufe über ihn hergefallen und hätte ihn entsetzlich mißhandelt. Doch den Synagogengottesdienst vermeiden sonst die Flüchtlinge, seitdem früher der kleine Bann (Jssur) über sie verhängt worden ist, nnd bilden eine eigene Gottesdienstgemeinschaft, die ihren Kultus nach der allgemeinen üblichen Weise der Juden be-