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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 5-6 (1883) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
5-6 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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73 kommen. Sie werden mit Recht die' Beschwerdeführer abweisen, die keinen Finger rühren, sondern nur immer schelten wollen. Die Juden in Jerusalem fürchten das neue Unternehmen der Mission in hohem Grade, und die jüdischen Zeitungen bei uns zeigen, daß auch viele unserer Juden diese Furcht theilen. Denn käme erst eine jüdische Kolonie unter christlicher Leitung zu Stande, dann wäre nicht abzusehen, was das für Folgen haben könnte, und ob dieselbe nicht auf viele Juden in den verschiedensten Ländern allmählig eine große Anziehungskraft ausübte. Deshalb wird nun alles aufgeboten, um den Zusammenhang zwischen den Flüchtlingen in Jerusalem und den Missionaren zu lösen. Die frühere Sorglosigkeit, welche die russischen und anderen Flüchtlinge in die Hände der Missionare gerathen ließ, ist jetzt vorüber. Die Geldfrage, welche ehedem eine so große Rolle spielte, ist in Folge der Gefahr, welche die Jerusalemer Rabbinen ihrem Ansehen haben erwachsen sehen, ganz zurückgetreten; man ruft vielmehr die ganze jüdische Welt um Gaben an, damit den Missionaren erfolgreich entgegengetretcn werden könne. Die Unsicheren und die Anhänger der Mission aus der Nähe und von dem Einfluß derselben zu entfernen, ist jetzt der die Rabbinen beherrschende Gedanke. Man will also den Personen, die in Frage stehen, das Reisegeld nach ihrer früheren Heimath zahlen und sich auf diese Weise von zwei Sachen auf einmal zu befreien suchen: von der Sorge um eine Erschütterung des rabbinischen Judenthums im heiligen Lande und von der Sorge, fortlaufende Unterstützungen einer größeren Anzahl neuer Persönlichkeiten leisten zu müssen. Besondere Agenten sind deshalb angestellt, die einen ganz bestimmten Preis für jede Person, die sie den Missionaren entzieh«, erhalten, und die nun für ihre eigenen Interessen unermüdlich arbeiten. Daneben haben die Juden als Gegenstück zu dem Industrie- Hause der Mission und um den Einfluß desselben zu brechen, ein eigenes Jndustriehaus in's Leben gerufen. Ein junger Jude, welcher bei den Missionaren das Buchbinden gelernt hatte, ließ sich von den Rabbinen gewinnen und sollte nun ein Lehrmeister für andere seiner Glaubensgenossen werden. Einige russische Juden, die nie im Zusammenhänge mit der Mission gestanden hatten, traten in das Haus ein. Doch ließ sich auch ein junger Arbeiter aus dem Sanatorium der Mission heranziehn und trat

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