Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 5-6 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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72 tragen den Todeskeim sichtbar in sich; sie alle müssen denn auch beweisen, daß es unmöglich ist, die Juden ohne das Evangelium glücklich zu machen. Gebrochenen Herzens sind arbeitsame Juden, welche ihre vergeblichen Anstrengungen, sich anzusiedeln, um Alles gebracht haben, und solche, die es mit der jüdischen Kolonie zu Jaffa versucht haben, zu Friedländer gekommen, um ihm zu gestehen, daß die eigenen Unternehmungen nicht zum Ziele führen. Jewish "World und andere jüdische Blätter täuschen nur ihre Leser, wenn sie von den Erfolgen jüdischer Kolonisationsunternehmungen berichten; es ist damit eitel Dunst. Die Missionare in Jerusalem aber müssen vorwärts. Bei der bisherigen Arbeit in Jerusalem würden die Schützlinge der Mission eine halbe Bettlerschaar werden. Nur vorübergehend konnte ihnen die gegenwärtige Arbeit angewiesen werden, aber ein Leben läßt sich auf dieselbe nicht gründen. Es bleibt nichts Anderes übrig, als daß man nun ernstlich und bald an die Ausführnng des Werkes der Anlegung einer Kolonie geht. Passende Plätze zur Ansiedlung sind den Missionaren bereits angeboten, aber die Beschaffung von Land und Häusern für 60 bis 100 Familien kostet freilich große Summen; und doch müssen dieselben beschafft werden. Die alte Heimath der Juden, das Land Kanaan, ist aber auch besonders dazu geeignet, dieselben zu einem ruhigen Ackerbauleben zurückzuführen. Hier erwächst den Christen einmal die Aufgabe, selbst mitzuhelfen, daß die Uebelstände, die unter den Juden hervorgetreten sind, und die fortwährend einen Gegenstand der Beschwerde der Völker, unter denen die Zerstreuten leben, bilden, geringer werden. Man beklagt sich allerwärts, daß die Juden gar zu ausschließlich den Handel erwählen, und daß sie hierbei Gewohnheiten angenommen haben, die ihrer Umgebung verderblich sind. Nun gut, so suche man sie vom Handel loszumachen und zeige cs ihnen selbst, daß man nicht allein über sie klagen, sondern daß man auch an ihnen arbeiten will, damit sie auf andere Wege kommen. Jetzt bietet sich in der That eine Gelegenheit im Kleinen. Jetzt können einmal Christen beweisen, daß sie auch Hand anzulegen bereit sind, damit die Uebelstände beseitigt werden. Die Juden sollen eö erfahren, daß man sie nicht einfach sich selbst überlassen, sondern daß man ihnen beispringen will, damit sie vom Alten los-