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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 5-6 (1883) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
5-6 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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68 in den Häusern und auf den Straßen, in Dörfern und Städten wurde ihr Schall vernommen. Becker war für den Missionsberuf ein sehr geeigneter Mann. Er besaß eine eigene Gewandtheit darin, von den Dingen des alltäglichen Lebens zur Besprechung der himmlischen Dinge übcrzuleiten, und seine Predigten gingen Manchem zu Herzen. Ein in Warschau ansässiger Maler Blödner empfing durch diese Predigten einen solchen Segen, daß er znm Danke hierfür dem Missionar ein Bild malte, das er ihn zum bleibenden Gedüchtniß anzunehmen bat. 1824 verheirathete sich Becker und zwar mit Jungfrau Amalie Habel, Tochter des Königlichen Kellermeisters Simon Habel in Berlin; er hatte dieselbe während seines Berliner Aufenthalts kennen gelernt. Diese seine treue Gehilfin starb im Jahre 1848. Einige Jahre später, 1852, verehelichte er sich dann mit der Holsteinerin Marie, geb. West, einer Verwandten seines langjährigen Mitarbeiters West; zwei Söhne stammen aus dieser Ehe, von denen der jüngere aber früh starb. Die Mission fand während jener Zeit, in welcher auch Becker zu Warschau wirkte, viele Thcilnahme unter den Christen. Um die Missionare sammelte sich ein Kreis frommer Männer und Frauen aus allen Ständen, u. a. auch russische Offiziere. Ein junger Lieutenant besuchte Becker oft und wurde durch sein geistliches Interesse später den Jrvingianern zugeführt, unter welchen er zuletzt ein Apostel war. Becker hatte für sich und die anderen Missionare ein stattliches Haus in guter Gegend der Stadt erworben. An einem Fenster desselben las man in hebräischer Sprache Jesaias 55, 1: »Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser, und die ihr nicht Geld habet, kommet her, kaufet und esset, kommet her und kaufet ohne Geld und umsonst, beide Wein und Milch!« Vorübergehende Juden blieben gelegentlich stehen, um die Worte zu lesen, fragten dann auch wohl nach den Bewohnern und kamen in's Haus, um mit ihnen zu reden. Manchmal entstand eine ganze Volksversammlung auf der Straße, zu welcher die Missionare von ihren Fenstern aus redeten. Bei einem Besuche seiner Vaterstadt Berleburg 1838 konnte Becker in einer Predigt mittheilen, daß in den 16 Jahren seit

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