Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 5-6 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554876-2554880--07996-2564016- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
67 daß er »durch großen Fleiß in wissenschaftlicher Thätigkeit fortgeschritten sei, wie durch ein frommes Leben sich ausgezeichnet habe«. Im Herbst 1821 war die Vorbereitungszeit zu Ende, und er sollte nun als Mitarbeiter des hernach so bekannt gewordenen Alexander M' Caul nach Polen gehen. Am 21. Oktober 1821 reiste Becker nach seinem Arbeitsfelde ab, das er Ende des Jahres erreichte. Das Werk in Polen erlitt dann aber eine vorübergehende Unterbrechung; denn die Behörden wollten es erst nach erfolgter kaiserlicher Genehmigung gestatten. In der Zwischenzeit besuchten die Missionare Posen, Schlesien und Galizien. Fürst Galitzin theilte ihnen dann mit, daß die Genehmigung eingetroffen sei. Unterwegs wurde aber Becker in der Ausübung seines Berufes verhaftet und mußte 34 Meilen bis Warschau unter militürischer Begleitung zurücklegen; Großfürst Constantin entließ ihn hier jedoch sofort. Jetzt begann nun ein reges Missionsleben. Mit ungemeinem Eifer widmeten sich die Boten des Evangeliums ihrem Berufe, und ihr Zeugniß fand einen lauten Widerhall in vielen Herzen. Die Begierde der Juden, Bücher und Traktate zu erhalten, konnte von den Missionaren kaum befriedigt werden. Wenn sie ausgingen, wurden sie alsbald von zahlreichen Juden umringt, welche um christliche Schriften baten. Becker und M' Caul führten dabei so recht das Wanderleben von Missionaren. In den größeren und kleineren Städten sowie auf dem Lande wurden die Juden aufgesucht und zum Messias gewiesen; Warschau, an dessen reformirter Gemeinde Becker eine Stütze fand, bildete den Mittelpunkt der Missionsthätigkeit. Der General-Senior der reformirten Kirchen des Königreichs, Karl v. Dicht, aber gab ihm auch die Erlaubniß, wo er auf seinen Reisen Reformirte treffen würde, die ohne Geistliche seien, an denselben alle Amtshandlungen vorzunehmen. Bon der reformirten Kirchenbehörde wurde er auch zum Diakon und dann zum Prediger 1824 geweiht. Seit 1824 hielten die Missionare Becker, M' Caul, Hoff und Wendt regelmäßige Abendgottesdienste in der reformirten Kirche Warschaus, um sowohl bei Juden für das Evangelium, als bei Christen für die Mission einen neuen Eingang zu gewinnen, und das mit gutem Erfolge. Die Predigt von Christo drang damals auf allerlei Weise an die Juden heran; in Kirchen und Synagogen, 5*