Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 3-4 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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61 Sefiros (Geistern), die mir unterthan sind.« So sprach die seltsame Gestalt fort. Ans Erkundigung ergab sich, daß dieses Wesen ein kabbalistischer Gelehrter war, welcher durch zu starke Studien in der Kabbala oder theosophischen Weisheit der Juden irre geworden und seit der Zeit sich ganz vernachlässigte. Ein rechter Diener Gottes geht nun bei Keinem vorüber, bei dem er Armuth und Hilfsbedürftigkeit erblickt. Die Lahmen und Blinden von den Hecken sind die Gäste an der Tafel Jesu. Händes glaubte auch an diese arme, in den Banden des Irrsinns gefangene Seele vom Heiland geschickt zu sein. Er lud ihn zu sich ein, um ihm zu Herzen zu reden. Von dem ersten Besuche zeigte sich kein Erfolg. Den andern Tag kommt der arme Mensch wieder. Der Missionar führt abermals das Schwert des göttlichen Wortes gegen ihn, und diesmal unterstützt der Geist des Herrn die Worte so mächtig, daß sie wie Pfeile in das Herz des Bethörten dringen. Der Herr wirkt so gewaltig, daß selbst der Nebel des Irrsinns auf einen Augenblick zerstreut wird. Der Jude beginnt zu beben, er bekennt, daß er sich gröblich versündigt habe, wenn er sich für den König Salomo ausgab, er sei ein armer Sünder. Dies alles gesteht er unter Angst und Zittern. Beim Weggehen bittet er noch um einige kleine Büchlein, um sich weiter zu belehren. Als er nun fortgegangen, kommt der Teufel und holt den guten Samen wieder fort. Auf einen Augenblick hatte der Geist Gottes jenen Teufel des Hochmuths aus der Seele des Armen vertrieben, der allein Ursache der Verrückung war. Der Teufel kommt wieder, und, wie es in der Natur des Bösen ist, wenn er erst seinen verlornen Sitz wieder errungen hat, wacht nun eine recht bittere Feindschaft gegen den auf, der ihn in seinem Besitzthum zu stören' wagte. Der geblendete arme Mann meinte, der Missionar habe sich unstreitig dämonischer Mittel bedient, um eine solche starke Gewalt über seinen hoffährtigen, verwirrten Geist ausznüben. Er reizt daher einen jüdische» Zauberer, den Missionar zu bannen. Und nun ereignet sich eine Scene, welche an die ersten christlichen Jahrhunderte erinnert. Der Irrsinnige kommt am folgenden Tage, und mit ihm ein jüdischer Zauberer. Der Letztere mit papiernen Zauberringen an den Fingern und andern bannkräftigen Zurüstungen. Während der Gemüthskranke sich in ein Gespräch mit dem Missionar einläßt, fängt der Andere unter wunderlichen Geberden mit magischem Gemurmel an, um den Missionar herumzugehn. Die Lage des Letzteren war in der That keine leichte. Vor ihm der Irrsinnige, hinter ihm der unbekannte seltsame Mann mit seinen schauerlichen Geberden. Bald merkte es der Missionar an jenen Zauberringen, auf was cs hier abgesehen war. Um so herrlicher bewährte sich unter so peinlichen Umständen der Glaube an Christum, als den, der dem Starken