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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 3-4 (1883) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
3-4 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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59 Herzen des Kindleins nicht länger anhörcn. Der Ankläger mochte in seinem Innern zu laut werden. Schnell sprang er auf und eilte zur Thür hinaus, indem er ausrief: »Es ist genug! Es ist genug!« In einer andern Stadt war an einem öffentlichen Orte eine Disputation zwischen Händes und mehreren Juden gehalten worden. Die Juden waren in zwei Parteien getheilt, die altgläubige und die neugläubige. Beide eiferten gegen ihn. Nach langem Gespräch äußerte einer von der altgläubigen Partei: »Er ist ein falscher Prophet!« Einer von der neugläubigen oder ungläubigen: »Er ist ein Eiferer!« — Allein am nächsten Tage kam der Vertheidiger der altgläubigen Partei zu einer freundlichen längeren Unterhaltung, in welcher eine wechselseitige Verständigung stattfand, und bat beim Weggehen um ein hebräisches Neues Testament. Zwei Männer aber von der ncugläubigen Partei luden den Verkündiger Christi zu sich ein und pflogen ebenfalls ein langes herzliches Gespräch init ihm. In einer anderen Stadt geschah es, daß, als Händes in die Synagoge gehen wollte, er von einem jungen Menschen ungebührlich behandelt und mit Scheltworten zurückgewiesen wurde. Er entfernte sich. Die obrigkeitliche Person aber an diesem Orte hatte schon vorher mit sehr großer Güte sich des Verkündigers des Evangelii angenommen. Als diese nun, ohne irgend ein Zuthun von Seiten des Händes, von jenen, ungebührlichen Benehmen Kunde erhielt, forderte sie ihn sogleich auf, gerichtliche Genugthuung zu verlangen, der Strafwürdige sollte gebührend dafür zur Strafe gezogen werden. Der Jünger Jesu konnte indeß dieses aus einer gütigen Gesinnung hervorgegangene Anerbieten nur mit anerkennendem Danke ablehnen. Gerichtliche Gcnugthuung verlangte er nicht; er verlangte keine Art von Bestrafung. Und bald sollte er auch eine schönere Genugthuung erhalten. Denn nicht lange nachher kam der Beleidiger mit mehreren Anderen selbst zu ihm und bat um Vergebung wegen des Geschehenen. Er suchte sich deshalb vielfach zu entschuldigen; allein Händes sagte ihm, nur dann habe er sich zu entschuldigen, wenn sein ungeziemendes Benehmen aus einer anderen Quelle hergerührt haben sollte als aus reiner Liebe zum Gott seiner Väter. Wenn aber wahrhafte Liebe zu seinem Jehovah und dessen Offenbarung ihn zu diesem Eifer bewogen habe, so bedürfe es keiner Entschuldigung für jenen Eifer.

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