Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 3-4 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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_58 _ heiligen Geistes sprach ich »über den Kampf, zu welchem wir als Christen verordnet sind«. Ich Hub an von dem Kampfe in der ersten christlichen Kirche, in dem Jahrhundert der Blutzeugen des Evangelii bis auf unsere Zeiten, indem ich dann zeigte, welche Undankbarkeit es von uns ist, daß wir, da von außen her uns der Glaube so sehr erleichtert sei, nicht einmal jetzt das Gnadenwerk des heiligen Geistes an uns wollten ausführen lassen. Zu meinem Erstaunen sah ich bald die Zahl der Zuhörer unglaublich groß, so daß sie in Nebenzimmern und in der Hausflur gedrängt standen. Eine fortdauernde Rührung und Bewegung bezeichnete das Arbeiten des Geistes an den Herzen. Ich selbst fühlte sein kraftvolles Walten. Und da ich am Schlüsse für mein und meiner Zuhörer Seelenheil den getreuen Heiland anrief und ihm die jungen Erweckten seiner Geistespflege empfahl, die dahin reicht, wo mein schwaches Wort nicht mehr hinrcichen kann, da brach die ganze Versammlung, Alle, Alle, vom Greise bis zum Kinde, überlaut in ein Weinen aus, daß ich nicht weiter reden konnte und in der tiefsten Bewegung meines eigenen Herzens mit den Worten die Versammlung verließ: »So gehet denn hin, Geliebte, in Frieden! Der Friede Gottes wohne in euren Hütten und bleibe über euch! Haltet eure Kleider bereit als die Menschen, welche auf ihren Herrn warten. Seid gegürtet an den Lenden und versehen mit der Leuchte des Glaubens auf den Tag der Zukunft des Herrn und der Offenbarung der Herrlichkeit der Kinder Gottes!«" An einem gewissen Orte hatte Händes schon eine Zeit lang mit einem hartnäckigen betagten Juden disputiert. Da trat ein christliches Mädchen in's Zimmer, welches dem liebreichen Missionar den Katechismus aufsagen wollte. Der alte Jude schmunzelte freundlich, als er vernahm, wie das Christenkind ein Bekenntniß des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs ablegte. Nunmehr fragte Händes das Kind, ob cs denn aber auch nach den Geboten thue, ob es seinen Heiland recht lieb habe, zu ihm bete, gehorsam sei? Da fing das Kind sehr an zu weinen und ein Bekenntniß davon abzulegen, daß dem nicht so sei. Bei diesem Sündenbekenntniß wurde der selbstgerechte Jude ganz unruhig. Das Kindlein aber fuhr immer fort, indem es dabei Thränen vergoß. Endlich konnte der Selbstgerechte diese Stimme der Wahrheit aus dem