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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 3-4 (1883) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
3-4 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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48 Land könne ebenso gut in Amerika als in Asien gesucht werden, Palästina solle jedoch nicht ausgeschlossen sein. So jener russische Jude. Zu dem gleichen Ergebniß, daß die heutige Stellung der inmitten anderer Völker wohnenden Juden eine unhaltbare sei, gelangt der zweite von uns genannte Schriftsteller in seiner Schrift »Wir Juden. Betrachtungen und Vorschläge von einem Bukowiner Juden.« Zürich, Cäsar Schmidt. 1883. S. 30. 60 Pf., — aber die Schlußfolgerungen, die er hieraus zieht, sind andere. Seine Ausführungen sind die folgenden: Die Juden sind das auserwählte Volk der Bibel, allein auserwählt blos, um zu dulden. Wenn je Vorhersagungen eingetroffen sind, so sind es die der eigenen Seher der Juden. Mit der anbrechenden Aufklärung in Europa, mit dem durch die große französische Revolution am kräftigsten erweckten Freiheitsbewußtsein der Menschheit erwarteten und erhofften die Juden ein Ende ihrer Leiden. Thatsächlich gelangten sie auch zur erlangten Gleichberechtigung mit den Andern und beruhigten sich, daß es nunmehr mit den fast zweitausendjährigen Leiden langsam zu Ende gehe. Allein die unmittelbare Gegenwart hat das Trügerische dieser Hoffnungen gezeigt. Die lange genug ersehnte und vor jedem Angriff sicher geglaubte Ruhe der Juden hat mit der antisemitischen Bewegung ihr Ende erreicht. Wie wird sich also das Schicksal der Juden in Zukunft gestalten? So trostlos es für uns sein mag, müssen wir zu der Ueberzeugung gelangen, daß unsere Leiden noch nicht ihr Ende erreicht haben; ja, daß sie sich, vielleicht gemildert infolge des Fortschreitens der Zivilisation, hinzieheu werden, so lange wir überhaupt als Volksstamm existiren. Nicht unsere Fehler sind es aber, wie man meinen könnte, die uns zu solcher Anschauung drängen müssen! Wir sind durchschnittlich nicht schlechter, als die meisten uns umgebenden Völker, wenn auch, wahrheitsgetreu gestanden, meistens nicht besser. Sondern der Haß wird bleiben, weil wir einem fremden Glauben und einer unvermischten fremden Rasse angehören, und nach einem in der Natur liegenden Gesetze das Fremde und sich Fremdhaltende auf die Dauer Mißtrauen erweckt, das sich bei geeigneter Gelegen-

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