Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 3-4 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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47 stellmig ablassen, daß wir mit unserer Zerstreuung eine uns von der Vorsehung zugewiesene Mission und Aufgabe erfüllen — eine Mission, an welche Keiner glanbt, ein Ehrenamt, das wir, aufrichtig gesprochen, gern aufgeben möchten, wenn nur damit auch zugleich der Schimpfname »Jude« aus der Welt geschafft werden könnte. Nicht in betrüglichen Selbsttäuschungen, sondern nur in der Wiederherstellung eines eigenen einheitlichen nationalen Bandes haben wir unsere Ehre, unser Heil zu suchen. Das Streben hiernach müßte auch bei den Völkern Zustimmung finden, denen wir unbeqneni sind. Denn unter de» gegebenen und nicht zu ändernden Umständen waren wir, sind wir und werden wir zu allen Zeiten die Schmarotzer sein, welche der herrschenden Bevölkerung zur Last fallen und es ihr niemals recht machen werden. Vor Allein müssen wir eine eigene Heimath, wenn nicht ein eigenes Vaterland haben. Dorthin wollen wir das Heiligste mitbringen, was wir aus dem Schiffbruch unseres eigenen Vaterlandes gerettet haben: die Gottesidee und die Bibel. Denn nur diese sind es, welche unser altes Vaterland zum heiligen Lande gemacht haben. Möglicher Weise könnte das heilige Land auch unser eigenes werden. Die Zeit ist jetzt unserem Selbständigwerden als Volk günstig. Wir sahen in den letzten Jahrzehnten Nationen sich zu neuem Leben aufrichten, die in einer früheren Zeit nicht gewagt hatten, an eine Wiederaufrichtung zu denken. Unsere Freunde würden uns mit demselben Vergnügen fortziehen sehen, mit welchem wir ihnen den Rücken kehren. Thatkräftige Männer in unserer Mitte mögen nur das Werk in die Hand nehmen. Der Keim zu dem Anfänge ist in den bereits bestehenden Jüdischen Allianzen vorhanden. Diese müßten einen Nationalkongreß ausschreiben, dessen Vorstand sie würden. Eben dieselben hätten zunächst dem Ueberschuß der in verschiedenen Ländern als Proletarier lebenden Juden eine sichere Zufluchtsstätte in einem eigenen jüdischen Lande zu schaffen. Hernach müßte ihnen immer weiterer Zuzug folgen. Die wohlhabenden Juden mögen jedoch auch bleiben, wo sie wohnen, und dort als Angehörige ihres eigenen Gemeinwesens denselben Schutz finden, den Ausländer in jedem Lande genießen, weil sie den Halt ihres Staatslebens hinter sich haben. Das Gebiet für das neue jüdische