Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 3-4 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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;jö baut werden, um den täglich herbciströmenden, nach Wahrheit forschenden Leuten Raum zu gewähren. Ja, »Wenn Gottes Winde wehen, Dann ist es sel'gc Zeit, Dann jauchzen Gottes Kinder Hoch auf vor gutem Mnth.« Die Leute kamen oft 8, 10—14 Tagereisen zu Fuß, um eine Bibel zu bekommen und um sich Belehrung über messianische Weissagungen zu erbitten. Junge und Alte fingen an, lesen zu lernen, und hatten eine Freude an Gottes Wort, daß wir und sie darüber oft Essen und Trinken vergaßen. Wir konnten den müde» Wanderern nicht einmal eine Erquickung reichen — eine Hand voll roher Erbsen oder ein wenig Honig war das Einzige, was sie von uns annahmen. Am Abend gingen sie dann in irgend ein Falascha-Dorf in der Nähe und mußten sich auf dem Weg dorthin erst durch ein Flußbad reinigen. Eine schöne Anzahl dieser Seelen (das erste Mal 24) bekannten ihren Glauben an den Heiland der Welt und wurden, nachdem sic Unterricht empfange», getauft. Um diese Zeit, Anfang 1860, hatte sich der König, nachdem er mehrere Jahre Wittwer war, wieder verheirathet mit der Tochter von Raas Ubie, dem Fürsten von Tigrä. Er hatte seine junge Frau bei sich im Lager, und wir sollten nach Landesbrauch ein Geschenk, »Barakat«, darbringen. Jetzt kam die Reihe an den Spiegel; was hätten wir auch sonst unter unfern Hausrath gehabt, das ein würdiges Geschenk für die junge Fürstin gewesen wäre! Mein Mann überbrachte das Geschenk selbst; er durfte zwar die Königin nicht von Angesicht sehen, aber doch konnte er sich durch seine eigenen Ohren überzeugen, welche Freude sie an dem Spiegel hatte. Sie sandte später als Gegengruß 42 Maria-Theresia- Thaler, dafür sollten wir uns Milchkühe kaufen. Und dieses hochherzige Geschenk kam uns als eine Gabe Gottes, da wir uns in der größten Geldnoth befanden. Eine Zeit lang durfte dann unser Spiegel Zeuge von Glück und Freude sein. Der König war seiner jungen Frau herzlich zugethan und bemühte sich, seine Ehe nach dem Wort Gottes zu führen. Er las zu jener Zeit mit Vorliebe die Bibel in seiner Landessprache (amharisch), weil ihm die äthiopische Sprache nicht so geläufig war. Doch ließ er gelegentlich seiner Hauptleidenschaft, 3*