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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 1-2 (1883) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
1-2 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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28 als ihnen die Soldaten den Eintritt in ihre eigenen Wohnungen verweigerten, bis sie Zeugen brachten, daß sie die rechtmäßigen Eigenthümer seien. Weil König Johannes sie, als Missionare für die Falaschas, von allen Abgaben entbunden hatte, verklagten sie den Falascha-Ortsvorsteher vor dem Gouverneur von Dcmbea. Dieser entschied zu ihren Gunsten und verurtheilte den Ortsvorsteher, ihnen alles zu ersetzen, was die Soldaten gegessen und ungefragt weggenommen hätten. Dieselben hatten sich nämlich eine Menge Hausgeräthe, die Kleider der Frauen n. a. angeeignet und dazu alle vorhandene, auch die für die Regenzeit gekaufte Frucht aufgezehrt. Der Ortsvorstchcr erkannte den Urtheilsspruch des Gouverneurs nicht an und appellierte an König Johannes. So mußten die Beiden mit in's königliche Lager, daö 14 Tagereisen entfernt war, wandern. Dort angekommen mußten sie mehrere Tage unter Hunger und Elend warten, bis ihre Sache vor das königliche Gericht kam. Der Abcssinischc König erinnerte sich aber des Versprechens, das er Flad 1874 gegeben hatte, und entschied zu Gunsten unserer Leute. Er erklärte hierbei öffentlich, daß diejenigen, welche die Falascha zu unterrichten von Aito Flad Auftrag haben, aller Abgaben enthoben seien; und indem er die Missionare ermahnte, fleißig zu unterrichten, entließ er sic freundlich. Zugleich befahl er dem Ortsvorstchcr, ihnen Schadenersatz zu leisten, was aber freilich nach echt abessiuischer Weise nicht geschah. Die Missionare hatten also nicht nur über einen Monat Zeit verloren, sondern befanden sich auch in der größten Roth, da ihre Lebensmittel für den Winter verzehrt waren. Aus dieser Roth heraus schreibt Saubatu. Seinen Muth hat er und haben die anderen Missionare nicht verloren. Daö Werk aber, welches ihnen befohlen ist, geht weiter, und die Missionsbotschaft dringt allmählig auch bis zu den letzten Falaschas hin. Jndeß sehen wir den weiteren Schicksale» Abessiniens mit Theilnahme entgegen. Wenn der Wunsch desselben, sich bis an die Küste auszndehnen, in Erfüllung geht, dann wird auch der englische und christliche Einfluß daselbst schnelleren Einfluß gewinnen; und wir hoffen auch, daß bald Egypten die gerechte Forderung Abessiniens, ihm einen Hafen, auf den es alten Anspruch hat, auszuliefern, erfüllen wird.

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