Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 1-2 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554876-2554878--07954-2563972- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
27 wohin sie kamen, bezeigten sich die Falaschas gastfreundlich und versorgten sic Morgens und Abends mit Speise. Auch unter den cingebornen Christen verbreiteten die Missionare Neue Testamente und passende Traktate. In Vahnscha begegneten sic Falaschas, welchen schon 1865 in Gaffat von Flad die Botschaft des Heils nahe gebracht war — sic hatten' damals eine amharische Bibel mitbekommen. Dieselbe» haben leider davon keinen Segen für ihre Seelen gehabt, weil sie hartnäckig im Unglauben unter dein leeren Vorwand beharrten: »Unsere Väter haben nicht an Jesum geglaubt, darum wollen wir auch nicht an ihn glauben!« Doch fanden die Missionare dort einen Falascha, der mit offenem Herzen die Heilsbotschaft aufnahm und sagte: »O wollte Gott, Ihr wäret früher gekommen; dann wäre ich nicht zu den Priestern gegangen, mich reinigen zu lassen, sondern zu dem Herrn Jesu, von dem Ihr saget, daß Er allein die Sünden wegnehmen kann. Wir werden von unfern Priestern in der Finsterniß und in Unwissenheit erhalten; es liegt ihnen viel mehr an uusern Thalern als an unsern Seelen. Höret, wie mir's erging! Geschäfte halber war ich genöthigt, einige Zeit mich unter Christen aufzuhalten. Ich aß mit ihnen Brot und trank mit ihnen Wasser — für dieses Verbrechen wurde ich exkommunizirt von den Priestern. Um wieder Aufnahme zu erhalten, wurde ich verurtheilt, 5 Thaler zu bezahlen und 7 Tage zu fasten, d. h. nur am Abend rohe Erbsen und Wasser zu genießen — nach siebentägigem Fasten mußte ich ein großes Horn Bandwurm-Arznei trinken. Danach wurde ich mit 7 Ruthen geschlagen, die ich selber schneiden mußte, darauf wurde ich in den Fluß geschickt, um zu baden, und nun erst durfte ich die Synagoge besuchen und wurde wieder als Glied derselben ausgenommen.« In der That, den Falaschas thut Erlösung von ihren Priestern noth. Bor dem Gericht des Königs Johannes. Während die zwei tapferen Arbeiter sich auf dem Wege nach Hoharewah befanden, einer berühmten Falascha-Kolonie, erreichte sie die Nachricht, daß der feindselige Falascha-Ortsvorsteher in Asseso viele Soldaten in ihren Häusern einquartiert habe. Auf diese Nachricht eilten sie der Heimath zu; aber wie erstaunten sie,