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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 1-2 (1883) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
1-2 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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22 geöffnet worden ist, auch eintretcn. Sie möchten den Verhältnissen gerüstet gegenüber stehen und nicht, weil sic die Zeit verabsäumen, edlen Samen zertreten lassen. Sie denken auch daran, daß Jerusalem und ganz Palästina immer mehr Arbeiter für das evangelische Werk, welches jetzt daselbst geschieht, bedürfen, und sie möchten eine Anstalt errichten, die geschickte und treue Proselytcu für die verschiedenen Zweige der Arbeit, welche die evangelische Kirche im heiligen Lande zu thun Gelegenheit findet, hcranbildcn könnte. Auf jenen Boden haben ja Juden, nämlich bekehrte Juden, das erste Recht, wie es denn auch bekehrte Juden waren, welche den Grundstock und Anfang einer evangelischen Gemeinde in Jerusalem gebildet haben. Diesen Gedanken wird wohl kein noch so nüchtern denkender evangelischer Christ schwärmerisch nennen, sondern ihn für natürlich und gesund halten. Wer aber die Hoffnung der Schrift für die Bekehrung des Volkes Israel festhält, dem werden die Jerusalemer Bewegungen auch noch ein schönes Unterpfand dafür sein, daß der HErr, welcher alle seine Zusagen hält, jetzt dieselben auch zu erfüllen eilt. Zeichen der Zeit in diese!» höchsten Sinn tverden ihm jene Jerusalemer Vorgänge sein. Und wie legen diese Dinge doch auch ein so großes Zcngniß von dem königlichen Walten unsers HErrn ab. Aus Rußland und Arabien fliehen Juden. Zum größten Thcil waren es Christen, vor deren Wnth sie sich im Lande ihrer Väter bergen wollten. Diese Juden kommen mit doppeltem Haß gegen das Christenthnm in Jerusalem an, und sie wenden sich zu der Stadt, in welcher sich die Juden feindseliger als irgendwo anders in der ganzen Welt gegen das Christenthnm abgeschlossen habe». Sie lernen hier das Judenthum kennen, welches sich des größten Glanbenseifers der Seinen rühmt, sie lernen es an der Stätte kennen, welche die heiligsten Erinnerungen für alle jüdischen Herzen enthält, und sie werden hier von den eigenen Glaubensbrüdern in solcher Weise verlassen, daß sie geradewegs Hungers zu sterben drohen. Da thun sich in der alten Hcimath der Väter ihnen die Arme christgläubiger Juden auf. Die speisen, die kleiden sie, die bieten ihnen ein Obdach, die pflegen ihre Kranken, die unterrichten ihre Kinder, die laden sich selbst eine große Sorgenlast auf, um den Nothleidenden nur das tägliche Brot zu bieten. Und diese Predigt der Liebe von Stammesbrüdern, welche Jesum bekennen,

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