Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 1-2 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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21 ständigkcit zu erziehen. Das ist etwas Großes. Darum ist der Plan, der jetzt bei den Jerusalemer Missionaren entstanden ist, Kolonieen in Palästina zu gründen, in denen sie die äußere und die geistige Pflege, Erziehung und Leitung von Juden, die sich an sie wenden, übernehmen wollen, kein phantastischer und nicht ein Studirstubengewüchs, sondern er ist aus den Verhältnissen herausgewachsen. Die Zahl der Handwerker kann in Jerusalem nicht in's Ungcmesscne hinein vermehrt werden, und auf dem Sanatorium wird cs bald keine Arbeit mehr geben. Wohin also mit allen diesen Leuten? Hier hat allerdings der Drang der Umstände zu dem Gedanken an die Errichtung von Kolonieen geführt. Es sind Leute genug vorhanden, die es bewiesen haben, daß sie gern arbeiten und auch schwere Arbeit nicht scheuen, und eine Oberleitung ist in den Missionaren und Gärtnern und Landwirthen und Zimmerlenten und andern Handwerksmeistern der Mission, in welche bereits viele Juden Jerusalems ein herzliches Vertrauen setzen, vorhanden. Die Mission würde auch nicht in den Fehler verfallen, alle möglichen Leute ungeprüft in solche Kolonieen zu setzen, sondern weil sic vielerlei Anstalten besitzt, wird sie im Stande sein, Jeden eine Borbereitungszeit durchmachen zu lassen, um ihn dann an den für ihn geeignetsten Platz zu stellen. Der Plan ist denn auch jetzt ganz ernstlich in's Auge gefaßt, Land und Häuser in Palästina zu erwerben, welche zur Ansiedlungsstätte für Juden, bekehrte und unbekehrte, die sich unter die Leitung der Mission stellen wollen, dienen sollen. Nicht will man die Juden aller Welt in's Land ihrer Väter locken, nicht will man gleichsam die Erfüllung der prophetischen Weissagungen selbst machen; wohl aber will man, weil Gott selbst die Wege gewiesen und der Mission die Leute durch sein wunderbares Walten zugeführt hat, den durch die Verhältnisse klar gewiesenen Weg gehen. Nicht aus theologischen Grübeleien und nicht aus apokalyptischen Schwärmereien und Träumereien ist der Plan der Jerusalemer Missionare geboren, sondern sie sind durch die Gewalt der Umstände zu demselben gedrängt worden — und das sind die rechten Fingerzeige des Gottes, der die menschlichen Verhältnisse nach seinem heiligen Nathe leitet. Die Missionare wollen nur nichts versäumen, wo sie zur Arbeit gerufen werden, und wollen durch die Thür, die ihnen