Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 1-2 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Die meisten Personen jedoch werden auf der Station für Genesende beschäftigt, und zwar alle, die sonst keine andere Arbeit gefunden haben Das zur Station gehörende Stück Landes sollen sie unter Anleitung eines Gärtners bebauen, die Wege zu demselben hin ansbessern und Mauern rings um dasselbe ziehen. Das ist eine harte und anstrengende Arbeit, für welche es nur einen Tagelohn von 1 Mk. gibt; aber mit Dank wird sie von alten verrichtet, welchen sie angeboten worden ist. Hier werden 20 von den Inden aus Arabien und 37 von den russischen Flüchtlingen, unter ihnen 40 Familienväter, beschäftigt, und 200 Personen leben von diesem geringen Verdienst. Ueberdem haben sie nur 5 Arbeitstage, da sie sowol an dem Feiertage der Inden als an dem der Christen ruhen. Alle diese mit den Missionaren in nähere Verbindung getretenen Juden gehören noch der Synagoge an. Aber vom Christenthum haben sie jetzt freilich eine andere Vorstellung; die Liebe, welche ihnen Missionare erwiesen, als sie die eigenen Glaubensgenossen im Stich ließen, hat ihre bisherigen Anschauungen in hohem Grade verändert. Ohne daß man irgend einem das Evangelium aufdrängtc, sind viele aus freien Stücken mit Fragen über dasselbe an die Missionare getreten; mehr als 50 Erwachsene wohnen jetzt dem hebräischen Missionsgottesdienste bei, 30 bis 40 auch den Bibelstundcn, und manchmal bleiben am Morgen dann noch etwa 40 zurück, um weitere Belehrung zu erhalten. Anfang Juli betrug sodann die Zahl derjenigen, welche den Taufunterricht erbeten hatten und erhielten, zwischen 20 bis 30, im August waren es bereits mehr als 40 Erwachsene, theils männlichen, theils weiblichen Geschlechts. Der Verkehr, welchen die Arbeiter ans dem Sanatorium mit einander haben, giebt denselben besonders reiche Gelegenheit, die religiöse Frage unter sich zu besprechen; und hier haben nun die Taufkandidaten auf die übrigen einen solchen Einfluß ausgeübt, daß deshalb besonders die Zahl derer, welche den christlichen Unterricht erbeten haben, stets gewachsen ist. Vorurtheile schwinden, Mißverständnisse werden im gemeinsamen Verkehre berichtigt, und seit seiner 20jährigen Arbeit hat daher Missionar Friedländer noch nie so herzlichen Dank für die Darreichung eines Neuen Testaments erhalten, als unter diesen Juden. Auch zwei der arabischen Juden gehörten im August schon zu den Taufbewerbern. Diese mehr