Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 1-2 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 Jaffa in ihrer Pflege, nach und nach ist aber die Zahl derselben so gewachsen, daß sich jetzt nicht weniger als 400 in Verbindung mit der Mission in Palästina befinden. Man war sich jedoch in derselben von vornherein darüber klar, daß sich alles Wohlthun mit Weisheit paaren müsse, damit die Missivli nicht etwa nur die Faulheit und die Begehrlichkeit steigerte. Die Unterstützung sollte denn auch nur so lange gewährt werden, bis die Empfänger derselben in den Stand gesetzt wären, sich selber zu erhalten. Nicht Alinosenempfänger wollte man schaffen, wie dies die jüdische Wohlthätigkcit im heiligen Lande thut, sondern den Leuten, soweit sie arbeitsfähig waren, Gelegenheit zur Arbeit bieten und so denselben zu einem nützlichen Leben verhelfen. Die Arbeit sollte auch der Prüfstein für diejenigen werde», welche die Hilfe der Mission erbaten, an dem ihre Gesinnung erkannt würde. Eine sittliche Aufgabe wollte also die Mission an den von ihren eigenen Glaubensbrüdern verlassenen Juden aufnehmen und sittlich dieselben befestigen und heben. Ernste, ordentliche, mühevolle Arbeit wurde also den bei der Mission anklopfendcn Juden zugcmuthet und zugewiesen. Aber freilich war es zunächst für die Missionare überaus schwer, ihnen solche überhaupt zu schaffen, da die ihnen zu Gebote stehenden Mittel sehr geringe sind, und die große Zahl der Hilfsbedürftigen ihre eigenen Kräfte längst überstiegen hat. Sie wußten jedoch, daß sie sich hier nicht eigenwillig eine Sache aufgeladcn hatten, sondern dieselbe ihnen in's Haus gekommen war. Flehend hatten ja die verlassenen Juden sie um Arbeit, mit welcher sie sich ihr Brot verdienen könnten, und wenn cs die härteste Arbeit wäre, gebeten. Da haben die Missionare cs denn in Gottes Namen gewagt und Hand an's Werk gelegt. Zunächst galt es, den Leuten Wohnung zu verschaffen. Außerhalb der Stadt Jerusalem besitzt die Londoner Mission einen Fleck Landes, die Gcsundheitsstation oder das Sanatorium genannt. Auf demselben befindet sich ein Gebäude, das aber nur wenige Personen fassen kann. Hier nun wies man einigen der Flüchtlinge eine Wohnung an. Neben dem Hause aber errichtete man sechs große Zelte, in welchen eine ganze Zahl der Obdachlosen untergebracht werden konnte. Die Sorge für alle im Sanatorium Untergebrachten ist dem jüngeren Missions-