Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 1-2 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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15 verkaufen, bis sie nichts mehr hatten. Verlassen, wie sie waren, wandten sie sich an Missionar Friedländcr, den eine Anzahl von ihnen schon von dem Schiff her kannte, und sie pochten nicht vergeblich an. Friedländer und alle andern Arbeiter der Mission in Palästina sahen das Elend, und dieses zu stillen war ihre erste Absicht, gleichviel wie sich die Nothleidenden zu ihren« christlichen Zeugniß stellten. Sie gedachten an das Beispiel Christi, der die Hungernden speiste und die Kranken heilte, ohne zu fragen, ob sic ihn dafür auch als ihren Messias anerkennen würden. Freilich, sein Wille und Absicht war es, daß sie an den, der ihnen solches that, glauben lernten; aber wenn sie ihm auch den Glauben verweigerten, gewährte er ihnen doch die äußere Wohlthat zu einem Zeugniß an ihre Herzen und zu einem Zeugniß über sie. Dein wollten die Missionare in diesem Falle Nachfolgen, und sie lassen sich es ruhig gefallen, wenn ihnen ihre jüdischen Gegner unterschieben, daß sie nur Seelen um jeden Preis erhaschen und erkaufen wollen. Thatsächlich haben sie jedem bedürftigen Inden, der ihre Hilfe erbat, so weit ihr Vermögen reichte, und wenn sie auch von vornherein bei ihm annehme» mußten, daß er nach wie vor Jude bleiben würde, oder wenn er gleich niemals einen Missionsgottesdieust besuchte, ihre Barmherzigkeit zugewandt. Die von den Ihrigen Verlassenen suchten aber eben auch die Hilfe der Mission. Die Einen kamen allein mit der Bitte um äußere Unterstützung, die Andern sprachen zugleich den Wunsch aus, das Christenthum kennen zn lernen, da sie schon in der Heimath immer mehr den jüdischen Glauben verloren hatten, und die Freundlichkeit von Jerusalemer Christen auf sie einen Eindruck machte. Beide Klassen fanden die gleiche Theilnahme. Für die Mission im heiiligen Lande ist durch die jetzige Bewegung aber geradeswegs ein neuerZeitabschnitt eingetreten, und ganz plötzlich haben sich die Verhältnisse der Missionare in Jerusalem vollständig geändert. Während sie bisher die größte Schwierigkeit hatten, mit den dortigen Juden in Verbindung zu treten, und die Rabbinen allen Verkehr mit den Missionaren auf's Aeußerste erschwerten, sind jetzt dieselben auf Schritt und Tritt von Juden umringt, und vielen von ihnen gelten die Missionare als ihre einzige Zuflucht. Im August standen 88 Flüchtlinge zu Jerusalem und 32 zu